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30.03.2010, 19:42
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Auch die Verschnallung kannst du nicht vergleichen. Zwar werden beide zwischen den Beinen fest gemacht und durch die Gebissringe geführt. Aber das wars dann auch schon an Gemeinsamkeiten. Das fatale an den Schlaufzügeln ist die Hebelwirkung, die ich hab, wenn ich sie in der Hand halte. Und das ist aber die entscheidende Wirkungsweise der Schlaufer.
Das hat der Dreieckszügel nicht.
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Viele Grüße Wunschtraum 
"Richtig reiten reicht" (Paul Stecken)
"Reiten ist mehr als ein Sport. Reiten ist Gefühl und Vertrauen. Reiten ist eine Lebenseinstellung, voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht."
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31.03.2010, 12:56
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Die Wirkung von Schlaufzügeln ist ja schon sehr gut beschrieben worden.
Sie erleichtern dem Reiter die Hilfengebung, weil sie nach dem Flaschenzugprinzip wirken. Man selbst braucht also nur wenig Kraft und beim Pferd kommt aber gleichzeitig ein Vielfaches davon ab.
Darin liegt das erste und wesentliche Problem. Der Reiter hat nämlich kein Gefühl mehr dafür, wie stark seine Hand eigentlich wirkt. Das angenehm leichte Gefühl ist trügerisch, weil es nicht (wie mit normalen Zügeln und normalem Gebiss) das Maulgefühl des Pferdes wiederspiegelt. Ohne es zu wollen oder auch mit Absicht wirkt der Reiter also immer wesentlich stärker mit der Hand ein, als er es sonst tun würde. Dadurch verschiebt sich zwangsläufig das Verhältnis von treibenden und verhaltenden Hilfen. So viel, wie die Schlaufzügel vorne halten, muss man erstmal hinten nachtreiben. Und daran scheitert es in den allermeisten Fällen.
Durch die extreme Handeinwirkung nimmt das Pferd dann den Kopf runter. Gleichzeitig kommt das Pferd (anders als bei korrektem vorwärts-abwärts-Reiten mit feiner Hilfengebung) auf die Vorhand. Die Hinterhand tritt weniger unter und damit erreicht man alles, was zu einem schlecht gerittenen Pferd gehört und was man nicht sehen will.
Aber Hauptsache, der Schädel ist unten... da sieht man mal, wie kurzsichtig das gedacht ist.
Zweites großes Problem der Schlaufzügel ist ihre Verschnallung. Fast immer werden sie zwischen den Beinen durch zum Gebiss geführt. Damit wirken sie nicht nur rückwärts (was die Reiterhand ja eigentlich nie soll...) sondern eben auch stark nach unten. Aber eben rückwärts-abwärts und nicht vorwärts-abwärts.
Durch diese Verschnallung kommt das Pferd noch leichter auf die Vorhand und außerdem sind Schlaufzügel damit das optimale Hilfsmittel um sein Pferd nach allen Regeln der Kunst aufzurollen. Beobachten kann man das in jedem kleinen Provinzreitstall und auch auf den Abreiteplätzen jedes internationalen Spring- oder Dressurturniers.
Zwar kann man diesen Effekt abmildern, in dem man die Schlaufzügel seitlich am Gurt verschnallt und dann zum Gebiss führt, aber die Rückwärts- und Hebelwirkung bleibt natürlich bestehen.
Immer wieder kommt das Argument, dass ja auch nur gute, gefühlvolle Reiter mit Schlaufzügel reiten sollen. Solche Reiter brauchen keine Schlaufzügel. Sie lösen Probleme auf reiterliche Art und Weise, nicht mit Kraft und Zwang.
Oder kann mir irgendjemand einen guten Reiter nennen, der mit Schlaufzügeln reitet?
Ich persönlich bin noch nie mit Schlaufzügeln geritten und werde das auch niemals tun. Außerdem kommen auch keine anderen Reiter auf meine Pferde, die mit Schlaufzügeln reiten.
Der Ansatz, der hinter der Schlaufzügelwirkung steckt, nämlich dem Pferd mit weniger Kraftaufwand den Kopf nach unten und hinter die Senkrechte zu zwingen, widerspricht jedem guten Reiten. Die Pferde werden damit in eine Form gepresst und das mit Kraft. Losgelassenheit, Anlehnung und Versammlung macht man sich mit Schlaufzügeln systematisch kaputt und kann damit ein Reiten nach dem klassischen Regeln der Ausbildungsskala komplett vergessen.
Ich persönlich sehe Reiten nicht als Kraft- und Kampfsport an sondern strebe nach Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Und die wird man mit Schlaufzügeln niemals erreichen sondern sich nur jede Chance darauf endgültig zerstören.
LG Lelie
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31.03.2010, 16:30
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Ganz genau, denn durch die verstärkende Handeinwirkung des Schlaufzügels müsste sich der Schenkeleinsatz auch proportional verstärken, was aber teilweise gar nicht möglich ist, denn der vorwärtstreibende Schenken muss "in die Hand hineintreiben", was wiederum zur Folge hat, dass man mit der Hand "abfangend" wirken muss, da wird aber wiederrum durch den Schlaufzügel die "Bremswirkung" (nach hinten/unten) verstärkt. Schon beginnt der Teufelsreis, der meiner Meinung nach reelles Reiten mit dem Schlaufzügel verhindert.
Ich persönlich würde es seitens der FN extremst begrüßen, wenn man durch das Reglement Schlaufzügel komplett von den Turnierplätzen verbannen würde.
Wenn ein Reiter sich im turniersportlichen Wettkampf messen möchte, bin ich der Meinung, dass er sein Pferd auch ohne Schlaufzügel korrekt arbeiten können muss.
Natürlich kommt es hier auch darauf an, wie man den Begriff "guter Reiter" definiert...
Aber auch ich bin der Meinung, dass es eigentlich immer ohne Schlaufzügel geht.
Diese seitliche Art der Verschnallung ist für mich keine Alternative, da sie am Grundprinzip der Wirkungsweise nichts ändert, außer, dass der Hebel vielleicht etwas schwächer wirkt, was aber dann wieder zu Lasten der Biegefähigkeit geht.
Geändert von - Nur für Mitglieder -
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31.03.2010, 16:34
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Reitlehrer/in
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Doch, ich habe das schon probiert und weiß also auch in der Praxis wovon ich rede.
Das Reiten mit Schaufzügel ist ein ganz anderes Reiten als ohne.
Das Zusammenspiel der Hilfen wird auf ein Minimum reduziert, da alles nur über leichten Zug "am Hebel" ausgeführt werden kann. Man bescheißt sich sozusagen andauernd selbst.
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31.03.2010, 16:35
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Reitlehrer/in
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Es ist nicht möglich durchhaltende Paraden im Sinne von reellem Reiten auszuführen, da jede Benutzung des Zügels unweigerlich einen Zug nach hinten unten zur Folge hat.
Es ist nicht möglich ein Pferd reell über den Rücken zu reiten oder es zu vermehrter Lastaufnahme zu bringen, da dies keine Reiterei von "hinten nach vorne", sondern einfach nur übers Maul gezogen darstellt.
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31.03.2010, 16:35
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Reitlehrer/in
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Es ist so, als wenn man anstatt einem Auto mit Schaltung (halbe Paraden) nur ein Auto mit Automatik (Gas und Bremse) fahren würde.
Pferde die dauerhaft mir Schlaufzügel geritten werden sind irgendwann ohne Schlaufzügel nicht mehr reell reitbar. Das ist einfach Fakt.
Man spart sich mit dem Schlaufzügel und dem "es geht ja alles so leicht-Gefühl" nichts in der Ausbildung, man geht eigentlich nur Schritte zurück, da man sich vom reellen, soliden Weg entfernt.
Auch wenn es sich sehr kontrovers anhört, kann ich euch nur empfehlen, das Gefühl mal selbst auszuprobieren...
Wer dann nicht merkt, dass der Schlaufzügel kein Mittel ist, bei dem fehlt es einfach noch an den Grundlagen.
Sorry, ich konnte es in einem Beitrag nicht losschicken, da ging es nicht...
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01.04.2010, 16:21
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Ich bin eigentlich eher gegen Schlaufis, das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich sie noch nie richtig verwendet gesehen habe. Immer nur, wenn eine der RLs (bei der ich übrigens nicht geritten bin!) auf ihrem Pferd damit geritten ist. Ihr Pferd ging immer total hinter der Senkrechte.
Ich selbst würde mir nicht zutrauen, mit Schlaufzügeln zu reiten. Schlaufzügel gehören eigentlich auch nur in die Hände von Profis, und die haben es dann eigentlich auch nicht mehr nötig, damit zu reiten.
LG Julia
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03.04.2010, 09:21
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der Traum vom perfekten Reiten ist sicherlich, daß das Pferd harmonisch in Anlehnung geht, taktklar läuft und alles losgelassen macht, weil der Reiter die Hilfengebung fein und unsichtbar beherrscht.
Die Realität sieht aber leider so aus: 90 % der Reiter reiten mit einer zu festen Hand ohne Bein, die Pferde drücken den Rücken weg und lernen sich zu entziehen, damit die Reiterhand nicht mehr weh tun kann.
Wenn so ein Pferd dann lernen soll, vertrauensvoll an die Hand ranzutreten und sich zu dehnen, dann wird dies zu 99 % nicht klappen, auch wenn der Reiter noch so fein und gut reiten kann, denn das Vertrauen ist weg und genau hier kann ein Schlaufzügel helfen.
Mit einem Schlaufzügel kann ein guter Reiter dem Pferd beibringen, wieder Vertrauen zur Reiterhand zu fassen, sich zu dehnen und den Rücken aufzuwölben. Meiner Meinung nach ist es bei solchen Pferden besser, den Schlaufi zur Korrektur einzusetzen um dem Pferd zu helfen, als ewig und drei Tage zu versuchen, das Pferd ohne alles in die Tiefe zu reiten und bei diesem Versuch noch mehr Vertrauen zu zerstören.
Natürlich gibt es Idioten, die mit Schlaufis nicht umgehen können aber immer alles über einen Kamm zu scheren und als schlecht abzutun halte ich für falsch.
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03.04.2010, 09:46
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Administrator
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Selbst dann mueffy gibt es sooo viele andere Hilfszügel um dem Pferd das Vertrauen und die Richtung zu zeigen. Denn ein Schlaufzügel- zeigt ja nicht wirklich den Weg in die Tiefe- egal wie ob man ihn an der Seite anbringt oder zwischen den Beinen.
Ich selber durfte eine zeitlang ein Springpferd mitreiten, dass so einen Unterhals hatte und ohne Schlaufis gar nicht mehr ging.
Die hingen dann zwar irgendwann durch, aber hat man sie abgemacht war der Kopf oben!
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lg Gwenie
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03.04.2010, 13:18
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Moin,
wenn ich - weil das Hotti schlechte Erfahrung mit der Reiterhand gemacht hat - einen Hilfszügel brauche, dann bleibt nur der Schlaufi, weil ich nur mit diesem mit der Hand nachgeben und dem Pferd zeigen kann, wo es schmerzfrei laufen kann.
Jeder Hilfszügel kann Schaden anrichten und das der Schlaufi oft mißbraucht wird, steht außer Frage. Aber den Schlaufi grundsätzlich als Folterinstrument hinzustellen halte ich halt für falsch, weil er zur Folter nicht erfunden wurde und meiner Meinung nach durchaus zu einer Korrektur berechtigt ist.
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