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  #1  
Alt 14.01.2010, 11:21
Benutzerbild von Gwenie
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Gwenie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hilfszügel: Sinnig oder unsinnig!?

Hier stelle ich heute mal das Thema Hilfszügel zur Diskusion!
Das ist ja ein Thema wo es die unterschiedlichsten Meinungen zu gibt!

Habe hierzu drei Zitate gefunden die unterschiedlicher nicht sein könnten:

„Die Ausbindezügel werden immer dann verwendet, wenn das Pferd ohne Reiter gearbeitet wird oder aber dieser der Führung des Pferdes weitgehend enthoben werden soll“
– Alois Podhajsky: Die Klassische Reitkunst (1965), Seite 239

„Durch Hilfszügel kann die noch unsichere Einwirkung des Reiters auf das Pferd ausgeglichen werden. Der lernende Reiter kann sich also vermehrt auf den Sitz und die Hilfengebung konzentrieren.“
– FN: Richtlinien für Reiten und Fahren (1994), Band 1, Seite 87

„Hilfszügel sind für Hilfsschüler. Die Ausbildung eines Pferdes braucht Zeit und Geduld, aber unter gar keinen Umständen Hilfszügel!“
– Claus Penquitt


Freue mich auf regen und sachlichen Austausch!
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lg Gwenie

Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
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  #2  
Alt 14.01.2010, 19:58
Benutzerbild von Wunschtraum
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Wunschtraum befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ein sehr kontroverses Thema! Ich will erstmal zu den einzelnen Zitaten etwas schreiben.

„Die Ausbindezügel werden immer dann verwendet, wenn das Pferd ohne Reiter gearbeitet wird oder aber dieser der Führung des Pferdes weitgehend enthoben werden soll“
– Alois Podhajsky: Die Klassische Reitkunst (1965), Seite 239

Würde ich so unterschreiben. Wenn ich mein Pferd an der Longe arbeite, dann immer mit Hilfszügeln, außer zum aufwärmen. Und Anfängern, die mit HZ reiten (sollten), wird ja gewissermaßen die Führung des Pferdes zum großen Teil genommen. Denn auch an den Zügel reiten, bzw. das einstellen der Halshaltung hat für mich was mit Führung des Pferdes zu tun.

„Durch Hilfszügel kann die noch unsichere Einwirkung des Reiters auf das Pferd ausgeglichen werden. Der lernende Reiter kann sich also vermehrt auf den Sitz und die Hilfengebung konzentrieren.“
– FN: Richtlinien für Reiten und Fahren (1994), Band 1, Seite 87

Würde ich ebenfalls so unterschreiben. Das Pferd wird für den Anfänger an den Zügel gestellt, der Reiter kommt leichter zum Sitzen und kann sich erstmal um sich selber kümmern.

„Hilfszügel sind für Hilfsschüler. Die Ausbildung eines Pferdes braucht Zeit und Geduld, aber unter gar keinen Umständen Hilfszügel!“
– Claus Penquitt

Darüber, dass die Ausbildung eines Pferdes Zeit und Geduld braucht, bin ich mit mir Herrn Penquitt einig. Aber auch einem jungen Pferd kann es meiner Meinung nach helfen, mit Hilfszügeln gearbeitet zu werden. Von der Ausbildung der Reitanfängern wird hier z.B. gar nicht gesprochen.

Ich persönlich finde, dass Hilfszügel durchaus ihre Berechtigung haben und auch hilfreich sein können. Vorrausgesetzt ist hier wieder die korrekte Anwendung. Allerdings finde ich nicht alle Hilfszügel produktiv, sondern sehe bei ein paar eine eher kontraproduktive Wirkung.
Dafür gehören für mich z.B. Halsverlängerer, Stoßzügel und Schlaufzügel. Wobei Schlaufzügel in den richtigen Händen eventuell auch ein gutes Mittel zur Korrektur sein können. Dennoch wären sie für mich immer das Mittel der letzen Wahl.
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Viele Grüße Wunschtraum

"Richtig reiten reicht"
(Paul Stecken)


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  #3  
Alt 15.01.2010, 07:13
Benutzerbild von Angie
Moderator
 
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Angie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Eigentlich brauch ich zu diesem Thema nur noch zu sagen: Danke Dani, genau so hätte ich das auch ausgedrückt.
Liebe Grüße
Angie
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...denn das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde!
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Wunschtraum (15.01.2010)
  #4  
Alt 18.01.2010, 00:58
Lelie
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Beiträge: n/a
Ich kann mich eigentlich überwiegend anschließen.
Ein guter Reiter braucht keine Hilfszügel. Wenn dann immer gesagt wird, gute Reiter könnten ruhig mit Schlaufzügeln reiten, finde ich das wirklich lustig. Schlaufzügel fallen für mich nicht unter Hilfszügel sondern unter Rollkur-Instrumente und gehören nicht ans Pferd. An keins, mit egal welchem Reiter.
Ich denke, dass es für einen Reitanfänger immer besser ist, wenn das Pferd ausgebunden ist. So kann er sich auf den Sitz konzentrieren und das Pferd wird nicht übermäßig gestört. Allerdings sollte das Ziel natürlich sein, dass man den Hilfszügel baldmöglichst nicht mehr braucht.
Absolut unersätzlich sind Hilfszügel in der Longenarbeit, aber beim Reiten braucht sie wirklich nur der lernende Reiter.
Gerade auf junge Pferden würde ich keine Hilfszügel verwenden, da diese meiner Meinung nach so wenig wie möglich "eingeschnürt" werden sollten.
LG Lelie
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  #5  
Alt 19.01.2010, 09:38
Mueffy
Gast
 
Beiträge: n/a


ich persönlich halte es für falsch, Hilfszügel zu verurteilen, nur weil es immer wieder Reiter gibt, die damit eine schnelle und pferdeunfreundliche Ausbildung erreichen wollen.

Man muß abwägen, wozu der Hilfszügel eingesetzt werden soll.

Bei Reitanfängern dienen sie dem Reiter dazu, sich auf seinen Sitz zu konzentrieren und dem Pferd wird die Arbeit erleichtert, weil es über den Rücken gehen muß.

Beim Longieren sind Ausbinder sinnvoll um gezielt zu arbeiten. Natürlich kann man auch mit Halfter und ohne alles longieren, aber das geht nur, wenn das Pferd den Hals nicht wie eine Giraffe nach oben und damit den Rücken wegstreckt und nicht mehr untertritt. Bei solchen Pferden sind Ausbinder sinnvoll, weil das Pferd über den Rücken und somit von hinten nach vorne gearbeitet wird.

Schlaufzügel gehören nur in erfahrene und feine Reiterhände und Schlaufis haben durchaus ihre Berechtigung. Wenn ein Pferd eine Korrektur benötigt, die Grenzen setzt und trotzdem wieder nachgibt, dann sind Schlaufis ein gutes Mittel dazu. Wenn ein Hotti den Kopf hochreißt, sich festbeißt und dadurch die treibende Hilfe nicht mehr annimmt, dann muß es noch oben eine Grenze habe und diese Grenze muß sofort wieder nachgeben sobald die Hilfe angenommen wird. Und diese Grenze kann man - wenn man damit umgehen kann !!!!! - mit einem Schlaufzügel aufzeigen. Für ein vergurktes Pferd finde ich es besser, mal einen Schlaufi darauf zu packen um dem Pferd zu zeigen, wie es für beide angenehmer ist als 100 Jahre auf einem Pferd zu sitzen, was die Rübe hochreißt und keinen Meter mehr weiter geht.
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Angie (19.01.2010)
  #6  
Alt 24.01.2010, 19:02
Benutzerbild von Gomi
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Gomi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich finde Hilfszügel im richtigen Zeitraum eingesetzt,können den Reitern immer weiterhelfen. Von dem ausgebundenen Pferd bei einem Anfänger wurde ja schon von vielen hier gesprochen. Aber auch ein für kurze Zeit eingestzter HZ bei einem Fortgeschrittenen Reiter und bei einem sehr guten Reiter( da mehr für die Korrektur des Pferdes) machen Sinn und können helfen.
Aber, wie das manchmal so üblich ist in Vereinen, gibt es richtige HZ- Wellen. Einer fängt an, und der ganze Stall zieht mit, nicht dabei überlegend, ob es hilft, sondern es ist gerade Mode. Das ist für mich der schlimmste Fall. Wenn man sich nicht sicher ist, welche Hilfszügel man mal einsetzen kann, um dies oder das zu verbesseren, sollte man mal seine guten Ausbilder fragen.
Es gibt immer eine gute Lösung für Probleme.
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  #7  
Alt 16.05.2010, 01:53
Benutzerbild von Estrellita
Pferdepflegerazubi
 
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Estrellita befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich verurteile keine HZ, mag sie aber dennoch nicht, weil ich das nie gelernt habe und noch nicht gebraucht habe und auch ehrlich gesagt bis jetzt nur schlechte Beispiele von unerfahrenen Leuten gesehen habe

Meine Trainerin mag ebenfalls keine HZ, sie hat nur bei ihrer Stute Dreiecker drin, wenn Sitzschulung an der Longe gemacht wird, verständlich m.M.n.

Ich hatte bei Luna "früher" mal ab und zu (1x/Monat wenns hochkommt) beim Longieren Dreiecker/Gummiausbinder gebisslos dran, aber immer auf weitester Einstellung, aber zufrieden waren wir beide nie...

Und wenns auch ohne geht, wieso nicht!?

Würde aber gern mal positiver Beispiele von erfahrenen Leuten/Pferden sehen... (an der Longe! beim Reiten würd ich nie welche benutzen)
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  #8  
Alt 16.05.2010, 15:04
Benutzerbild von Wunschtraum
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Wunschtraum befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat - Nur für Mitglieder - Nur brauchen erfahrene Reiter zum reiten an sich in der Regel keine Hilfszügel mehr, weil sie in der Lage sind, ihre Pferde selber an den Zügel zu reiten.

Aber ich kann die dir die Lütte gern mal ausgebunden an der Longe photographieren.
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Viele Grüße Wunschtraum

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  #9  
Alt 16.05.2010, 18:42
Lelie
Gast
 
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@ Jessi: Ein guter Reiter wird selbst keine Hilfszügel (beim Reiten) brauchen.
Sehen wirst du sie dann höchstens in der Ausbildung von unerfahrenen Reitern. Und da gibt es wirklich nichts Pferdeschonenderes, als richtig verschnallte Dreiecker, damit der Reiter sich erstmal auf sich konzentrieren kann, nicht im Maul rumzuppelt und das Pferd trotzdem über den Rücken läuft und den Reiter damit zum Sitzen kommen lässt.
LG Lelie
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Wunschtraum (16.05.2010)
  #10  
Alt 16.05.2010, 19:46
Benutzerbild von Mürmeli
Pferdepflegerazubi
 
Registriert seit: 15.02.2010
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Mürmeli befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bei der Ausbildung von Reitanfänger u.Ä. finde ich es viel Pferdunfreundlicher KEINE HZ zu benutzen, als welche zu benutzen.
Beim Longieren finde ich Hilfszügel hilfreich, und ohne Hilfszügel wirklich zu longieren ( also jetz mehr als nur eben im Kreis laufen lassen) können ohne HZ glaube ich wirklich die wenigsten! ZUm Muskelaufbau u.Ä. sind die wirklich gut.
Bei "Problemepferden" oder der Asubildugn von Pferden stehe ich Hilfszügeln stkeptisch gegenüber. Ich denke manchmal können sie da wirklich hilfreich sein, aber es sollte dann genau überlegt werden wann, wie, von wem , mit welchen Zweck udn vorallem auch welcher Hilfszügel benutzt wird.
__________________
Und ich vermiss dich, weil du Heimat und Zuhause bist, weil bei dir mein Bauchweh aufhört. Manico♥ du fehlst jeden Tag!
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