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Wehwechen der Pferde Ist eurer Pferd zur Zeit erkrankt und ihr braucht Tipps- dann schreibt hier hinein!

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  #1  
Alt 15.06.2010, 14:31
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Ausrufezeichen Muskelfaserriss

Hallo liebe Foris!

Ich brauche mal ganz dringend eure Hilfe, da ich auf diesem Gebiet keinerlei Erfahrungen habe.

Wer kennt sich aus mit Muskelfaserrissen?
Der Riss ist wohl rechts an der Hinterhand und relativ großflächig. Die Verletzung besteht jetzt wohl seit ca. 2 Wochen und ist wohl durch einen Tritt eines anderen Pferdes entstanden... (Ich kanns nicht genau sagen, denn ich hab das Pferd nur kurz nach der Verletzung gesehen und die Diagnose "Muskelfaserriss" erfolgte erst nachher...)

Wie sieht die Therapie aus?
Wie ist in der Regel die Prognose?
Werden die Pferde wieder ganz fit?
Kann man solche Patienten zum Auskurieren auf die Wiese stellen?

Geht hier nicht um mein Pferd, aber trotzdem sozusagen um Leben und Tod, und die Sache liegt mir sehr am Herzen, deswegen wäre ich über jeden Post sehr dankbar!
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  #2  
Alt 15.06.2010, 14:42
Benutzerbild von Wunschtraum
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Wunschtraum befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Oh, das hatte die Lütte auch schon mal. Einmal Muskelfaserriss in der Schulter und einemal einen Muskelbündelriss in der Hinterhand (auch durch Tritt)

Wie sieht die Therapie aus?
Bei uns hieß es ca. 4 Wochen Boxenhaft, Schritt führen an der Hand auf ebenen Wegen und dann nochmal für 3 Monate alleine auf eine kleine Koppel. Mit dem Muskelbündelriss war sie länger gestanden und sie war glaub ich 4-5 Monate auf der Koppel. Und dann wieder gaaaanz langsam anfangen.

Die erste Woche hat sie Entzündungshemmer und Schmerzmittel gespritzt bekommen, dann Equipalazone übers Futter. Die Stelle an der die Muskelverletzung war, wurde mit Tensolvet eingerieben.

Wie ist in der Regel die Prognose?
Der TA meinte damals, es kommt auf die individuelle Heilung an. Und das man den Pferden genug Zeit gibt.

Werden die Pferde wieder ganz fit?
Also die Lütte ist wieder fit und voll belastbar. Vom Muskelbündelriss ist allerdings eine Beule zurück geblieben.

Kann man solche Patienten zum Auskurieren auf die Wiese stellen?
Die Lütte durfte nach der Boxenhaft auf eine kleine Koppel. Aber nur weil sie brav alleine draußen geblieben ist. Ruhige Bewegung war erlaubt, Rennen und Toben wäre Gift gewesen.

Ich denke das wichtigste ist es, dass man diese Verletzung ichtig ausheilen lässt und nicht zu früh wieder mit der Belastung anfängt. Auch wenn die Lütte vielleicht etwas länger Koppelurlaub gehabt hat als nötig, hat es sich unterm Strich asugezahlt. Die Verletzung macht keine Probleme mehr.
__________________
Viele Grüße Wunschtraum

"Richtig reiten reicht"
(Paul Stecken)


"Reiten ist mehr als ein Sport. Reiten ist Gefühl und Vertrauen. Reiten ist eine Lebenseinstellung, voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht."

Geändert von - Nur für Mitglieder -
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  #3  
Alt 15.06.2010, 16:51
Mueffy
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Huhu,

ich hatte mal einen Muskelfaserriss in der Wade und das war ziemlich übel. Ruhe, kühlen und abwarten waren die Therapie.

Ich habe Dir mal einen Link rausgesucht, vielleicht kann er Euch weiterhelfen, weiß aber nicht genau, ob es weit von Euch weg ist, denn für mich ist Bayern Bayern

Statt Tensolvet kann man auch Thombareduct nehmen, die ist erheblich billiger und wirkt besser. Zur Not eine hohe Dosis vom Hausarzt verschreiben lassen.

Hier kommt der Link

Physiotherapie
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  #4  
Alt 15.06.2010, 17:18
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Skydancer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat - Nur für Mitglieder - Danke!
Den hab ich heute auch gegoogelt, als ich mich etwas schlau machen wollte... Ist auch leider nicht sooo unbedingt nah bei uns. Ne gute Physio hätte ich an der Hand. Die Geschichte ist nicht ganz so einfach, ist ja nicht mein Pferd.

Jetzt dann kommt mein Haustierarzt zum Impfen, dann werd ich mal etwas nachfragen, ist zwar nur mein "Impf-TA" und nicht der Klinik-TA der von solchen Sachen richtig viel Ahnung hat, aber die sind auch ganz gut und jetzt auf die Schnelle besser als nichts...

Hoffe Lelie meldet sich auch noch "medizinisch" zu Wort!
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  #5  
Alt 15.06.2010, 18:14
Lelie
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Beiträge: n/a
Natürlich will ich gerne dazu schreiben, was ich weiß, aber erwartet keine Wunder von mir, klinische Aspekte kamen bei mir bisher immer nur am Rande vor und zum Thema Muskelfaserriss war das bisher noch nicht sehr viel.

Wie sieht die Therapie aus?

Für die Heilung einer Muskelverletzung (sei es eines Faserrisses oder was auch immer) ist Ruhe das entscheidende Kriterium. Der Muskel soll keinesfalls belastet werden, vom normalen Stehen mal abgesehen.
Wie lange das Pferd stramm stehen muss, hängt neben der Schwere der Verletzung auch von der Lokalisation ab. Ein ständig belasteter Muskel am Bein braucht länger zum Heilen als ein kaum belasteter Hilfsatmungsmuskel.
Ich habe Zahlen zwischen 6 und 8 Wochen (beim Pferd) gefunden. Danach beginnt dann langsam ein Reha-Programm mit Physiotherapie und leichter Bewegung (führen, ggf. Weide) an das sich eine langsam steigende Belastung unter dem Reiter anschließt.
Eine Muskelverletzung ist also so oder so eine langwierige Angelegenheit, da Muskelgewebe auch nicht besonders regenerativ ist (anders als z.B. die Haut).
Zunächst wird sich durch die Zerreißungen in der Regel ein Bluterguss bilden mit dem dann auch Entzündungserscheinungen (Schmerz, Wärme, gesteigerte Durchblutung einhergehen. Deshalb wird man zu Beginn die Entzündung versuchen zu dämpfen (z.B. mit oralen Entzündungshemmern wie Equipalazone oder Mitteln zum Einreiben, wenn die Verletzung recht oberflächlich ist, z.B. mit Tensolvet oder Compagel). Als Sofortmaßnahme hilft auch Kühlen mit fließendem Wasser oder Eis.
Sind die Entzündungsanzeichen abgeklungen, kann man die Regeneration fördern, in dem man die Durchblutung anregt. Das geht mit kurzem (nie länger als 10 Minuten) Kühlen oder Wärme (Solarium, Wärmelampe, Decke, Bandage). Am besten funktioniert ein Wechselspiel dieser beiden Komponenten. Einen ähnlichen Effekt erzielt man auch mit Tonerde, Retterspitz oder Tensolvet.

Wie ist in der Regel die Prognose?
Je früher man die Verletzung also bemerkt und das Pferd dann sofort konsequent "einsperrt", desto besser heilt die Verletzung.
Wenn das Pferd allerdings tagelang weiter belastet wurde, weil man nicht so genau wusste, was los ist, reißen natürlich immer mehr Fasern, das "Loch" wird immer größer und die Enden der Fasern entfernen sich zunehmend voneinander, sodass die Heilung erschwert wird.
Wenn die Faserenden nicht mehr nah beieinander liegen, kann der Muskel sich nicht mehr regenerieren und es bildet sich Narbengewebe, was weniger belastbar und weniger elastisch ist. Eine solche Stelle wird dann immer anfälliger bleiben und sich ggf. durch eine Beule abzeichnen.
Sterben muss wegen eines Muskelfaserrisses kein Pferd. Bei größeren Abrissen (dann würde man aber nicht mehr von Faserriss sprechen) kann man auch chirurgisch eingreifen, den Muskel also wieder zusammenflicken.
Die Frage ist ja auch, wie das Pferd später genutzt werden soll? Im Sport oder nur auf normalem Freizeitniveau, als Geländebummelpartner oder rumstehendes Rentnerpferd?

Werden die Pferde wieder ganz fit?
Hängt wie oben geschrieben von dem Ausmaß der Verletzung und der Lokalisation sowie dem rechtzeitigen Einsetzen der Behandlung und Schonung ab.

Kann man solche Patienten zum Auskurieren auf die Wiese stellen?
Zunächst sollte ein solches Pferd am besten in der Box bleiben. Denn wenn es auf der Weide doch mal losspringt, verschlimmert sich die Verletzung so, dass die Schäden vielleicht nicht mehr gänzlich ausheilen.
Deshalb: Erstmal Knast, so um die 6 Wochen. Anschließend muss man wieder nach Ausmaß und Lokalisation (ggf. auch Ultraschall-Kontrolle des Heilungsfortschritts) und, ganz wichtig, Pferdetyp entscheiden, ob man das Pferd rausstellen kann. Toben ist einfach Gift.
Wenn das Pferd aber eher ein ruhiger Vertreter ist und man die Möglichkeit hat es mit andereren ebenso ruhigen, bekannten Pferden auf ein klein abgegrenztes Stück Weide zu stellen, kann das gehen.

Es wäre gut, wenn du noch ein wenig mehr über die Art der Verletzung berichten könntest. Wo genau? Wie groß? Eventuell welcher Muskel betroffen ist (müsste der TA sagen können)? Wie lange wurde das Pferd nach dem Entstehen der Verletzung noch belastet und so?
LG Lelie
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Folgender Benutzer sagt Danke zu für den nützlichen Beitrag:
Skydancer (15.06.2010)
  #6  
Alt 15.06.2010, 19:39
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Falsches Thema...
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  #7  
Alt 15.06.2010, 19:50
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Zitat - Nur für Mitglieder - Die Sache ist die, dass ich das Pferd schon kaufen müsste, um genauere Angaben zu machen.
Das Pferd kann beim jetztigen Besitzer nicht bleiben.
Der gibt grade alle seine Pferde ab. Was dann mit dem Rest wird... Keine Ahnung...

Meine Bekannten waren auf Pferdesuche, dewegen waren wir auf diesem Hof. Wir konnten dieses Pferd dann eben wegen der Lahmheit nicht probieren, auch wenn das Pferd ansonsten sehr gefallen hätte.

Ich hatte mich schon etwas in das Pferd verliebt, aber da war es grade den 2. Tag lahm als ich es sah. Stand auf kleiner Fläche in einer Gruppe und hat sich eine eingefangen.
Bis auf die Hufe (Eisen frisch runter) war der Allgemeinzustand gut.

Ich kann nicht sagen wann der TA genau drauf geschaut hat und weiß nur, dass die Diagnose "Muskelfaserriss" lautet...
Und das hat meine Bekannte erfahren.

Ich könnte das Pferd aber nur aufnehmen, wenn man die Verletzung beim Weidegang in meiner (ruhigen) Herde auskurieren könnte. Zeit wäre nicht das Problem und wenns 8 Monate dauert, aber ich kann das Pferd bei meiner Haltung nicht in Boxenhaft sperren, weil die Herde Tag und Nacht rausgeht. Wären die Pferde in Boxen, wäre das nicht das Problem...
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  #8  
Alt 15.06.2010, 21:06
Lelie
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Verstehe, das ist natürlich wirklich sehr kompliziert. Wenn sich so nicht mehr rausfinden lässt, kannst du mir vielleicht trotzdem beantworten, wo die Lahmheit herkam, wo also die Verletzung war? Vorne, hinten, oben, unten? Muss ja dann am Bein irgendwo sein, oder?
Denn wenn wirklich ein größerer Muskel betroffen ist und das anscheinend nicht sofort bestens behandelt wurde und ihr auch erstmal keine absolute Ruhe garantieren könnt, dann seh ich keine guten Chancen, dass aus dem Pferd mal wieder ein (freizeitmäßig) voll belastbares Reitpferd wird. Vielleicht wächst das irgendwie wieder zusammen, aber der Muskel wird sich nicht regenerieren sondern es gibt massiv Narbengewebe. Dazu hab ich ja oben schon was geschrieben.
Und dann tut ihr euch und dem Pferd ja keinen Gefallen.
LG Lelie
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  #9  
Alt 16.06.2010, 14:52
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Morgen fällt wahrscheinlich ne Entscheidung.
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  #10  
Alt 04.07.2010, 14:30
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Der Vollständigkeit halber...
Bei dem Pferd handelt es sich nicht um einen Muskelfaserriss sondern um eine alte Sache im rechtsseitigen Kruppen/Beckenbereich.
Der Faserriss war vielleicht mal Ausgang der Misere, da offensichtlich keinerlei Behandlung statt fand und das Pferd laut einem ermittelten Vorbesitzer auch mit diesem Faserriss noch Turnier gelaufen ist, bis es nicht mehr voll belastbar war und dann eignetauscht wurde.

Wir hatten jetzt 2 rennomierte TA`s dran, da es eben um die "Lebensfrage" ging und beide waren sofort gleicher Meinung.
(2 TA`s - gleiche Meinung = Wunder!)
Die Sache ist nicht reperabel und wird so bleiben, vielleicht leichte Besserung, aber Chance gering, Pferd ist schmerzfrei. (Ist jetzt auch sehr fidel und freut sich des Lebens) Es fällt nur der leicht pflatschende Gang auf. Die Symptomatik ist im Schritt deutlich ausgeprägter als in den andern GGA`s (im Trab muss mans wissen, damit mans sieht...)
Meiner Meinung nach hat die die Sache auch etwas gebessert (wohl aufgrund der jetzt besseren Haltungsbedingungen) und das Pferd wirkt "mobiler")
Den tollen Fachbegriff hab ich vor lauter Fachbegriffen derzeit nicht parat. (Ich frag noch mal nach!) Irgendwas mit myopathi-dingsbums oder osteso-dignsbums Fibrose oder Fibrosis oder so... Vielleicht kann Lelie das Wort beisteuern, wenn ichs lese fällts wieder ein!

Jedenfalls steht die Stute jetzt bei mir, freundet sich langsam mit meinen Pferden an, (das Pony mag sie leider nicht sehr gerne!) Auf Dauer wird ein geeigneter Platz gesucht für die Stute, da ich ja eh schon eine zu große "Sammlung" habe. Wir haben da vielleicht auch schon was, aber das drängt jetzt nicht, sie kann derweil problemlos bei mir bleiben.
Ist übringens ne ganz Nette, die Menschen gegenüber sehr misstrauisch ist, aber langsam aufblüht.

Im Prinzip war diese Lebensrettung ein nicht unerheblicher finanzieller Verlust, aber beide TA hätten dieses Tier aus ethischen Gründen nicht getötet, da Lebensqualität besteht. So haben wir eben eine kleine gute Tat getan und bekommen es auch jeden Tag zurück...
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