| Wehwechen der Pferde Ist eurer Pferd zur Zeit erkrankt und ihr braucht Tipps- dann schreibt hier hinein! |

08.03.2010, 21:18
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Administrator
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Kolik
Ist ja ein großes Thema, die gleichen Anzeichen heißen ja noch lange nicht dass es die gleiche Kolik ist.
Selbst die TA's wissen noch lange nicht alles über Kolik.
DIE Kolik gibt es ja anscheinend ja auch nicht. Man kann Kolik eher als Symptom (Bauschschmerz) beschreiben, da es ja die unterschiedlichsten Arten, Auslöser....gibt.
Ich schreibe dies hier aus aktuellem Anlaß, da heute morgen ein Pferd am Stall eingeschläfert werden mußte- "die Kolik" war zu weit fortgeschritten die Aussichten mehr als schwarz- das Pferd war gerade mal 8 Jahre alt.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Wie handelt ihr bei einem Anzeichen einer "Kolik"?
Wartet ihr eher ab oder holt ihr doch sofort lieber den TA?
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lg Gwenie
Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
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08.03.2010, 23:37
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Futtermeister
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Also ich habe schon viele verschiedene Anzeichen von koliken gesehen.
Unser Max z.B. kehrt in sich und frisst dann nicht mehr und ist toal mies drauf und nimmt noch nicht einmal ein Leckerlie, da weiß ich schon da stimmt was nicht.
Bei meiner damaligen Friesenstute, musste ich meist ganz ganz schnell einen TA rufen. Wenn sie anfing zu flehmen war es schon meist höchste Eisenbahn, dann hatte sie ganz dolle Bauchschmerzen, naja bei ihr war ja der Magen kaputt, jeder kleinste Stress, artete bei ihr in Bauchschmerzen aus.
es gibt ja verschieden Koliken, Gaskoliken oder VErstopfung z.b. oder wie meist bei unseren zu überfressen vom Gras beim anweiden.
Aber meist bei Kolik spaße ich nicht mehr seitdem ich das mit meiner Friesenstute durchhatte, ich verfalle dann auch leicht in panik wenn unsere kolik haben und rufe sofort den TA und laufe ein bisschen mit denen im Kreis.
Manche sagen es tut gut manche wieder weniger.
Wie sollte man sich denn dann verhalten, oder am besten was tut man dann mit dem pferd? laufen oder nicht laufen
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Liebst du den Tod,reitest du Pilotist der Reiter in Not,ist das Pferd von Pilot,von Piloten lernt man fliegen
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09.03.2010, 07:26
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Moderator
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Wir haben ja auch erst kürzlich einen Koliker verloren, weil zu spät gehandelt wurde und erst mal selbst mit Kollosan behandelt worden ist. Wenn meine Stute den Anschein einer Kolik erweckte, hab ich sofort den Tierarzt geholt. Meine Dicke hatte 2 Verstopfungskoliken und eine Blasen/Nierenkolik. Während der Blasen/Nierenkolik wollte sie lieber liegen und hat sich eine Decke über legen lassen, welch Wunder! Bei den Verstopfungskoliken war Schritt laufen bis zum Eintreffen des Tierarztes angesagt. Eine besonders heftige Kolik wurde durch die Fütterung von 250 g Knäckebrot durch einen Stallkollegen ausgelöst. Hier half dann nur noch die Schlund-Magensonde und starke Medikamentengabe. Beinahe wären wir zur Klinik gefahren. Aber sie hat es doch geschafft und der Stallkollege war erschrocken, was er da angestellt hatte. Übrigens hat er dann die nicht eben günstige Behandlung meiner Stute freiwillig bezahlt. Im Reitverein hatte sie auch noch eine Kolik wegen einer Futerumstellung auf Müsli. Das war melassiert und hatte im Silo wohl angefangen zu gähren. Seit der Zeit lass ich die Finger von Müsli.
Liebe Grüße
Angie
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...  denn das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde!
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09.03.2010, 09:58
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Pferdepfleger
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Ich hatte bei meiner Stute glücklicherweise erst einmal die Situation einer Kolik*auf Holz klopf*
Dabei hat mich eine Stallkollegin angerufen, die abends noch am Stall war. Sie meinte, ich solle mal besser vorbeischauen, meine Stute würde sich immer wälzen und schwitzen. In solchen Momenten bin ich sehr froh, so verantwortungsvolle Stallkollegen zu haben.
Ich habe den TA dann direkt von zuhause aus angerufen, bevor ich losgefahren bin. Ganz ehrlich, bei sowas kommt er lieber einmal zu viel, als zu wenig.
Collosan habe ich zwar jetzt auch, würde es auch bei den Anzeichen einer Kolik geben, aber IMMER den Tierarzt dazu rufen. Dafür habe ich einfach schon zu viele Pferde- auf gut Deutsch- krepieren sehen, weil die Besitzer meinten, es gehe schon so.
Ich sehe mich nicht in der Lage zu beurteilen, ob es "schon so" geht, oder nicht. Und darum würde bei Kolik bei mir immer der TA kommen, ohne Kompromisse.
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09.03.2010, 12:30
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Koliken sind mit die häufigste Todesursache bei Pferden, das ist einfach so. Deshalb kann ich absolut nicht verstehen, warum manche Besitzer sie immer noch so leicht nehmen.
Zwar sind die allermeisten Koliken operabel, aber die Chancen einer Kolik-OP, dass das Pferd überlebt und die ganze Darmmotorik wieder in Gang kommt und nicht an Folgeerscheinungen stirbt, liegen bestenfalls bei gut 50 Prozent, bei vielen Kolikformen noch deutlich darunter. Außerdem sind im Fall der Fälle ja die wenigsten Besitzer bereit so viel Geld zu zahlen und dabei ein hohes Risiko einzugehen.
Zu den verschiedenen Kolikformen muss man erstmal unterscheiden zwischen Koliken, die ihre Ursache im Verdauungstrakt haben und welchen, die durch Probleme an anderen Bauchorganen (Nieren, Gebärmutter, Eierstöcke...) verursacht werden.
Im Verdauungsapparat unterscheidet man zwischen Koliken, die vom Magen kommen (z.B. Magengeschwür), Koliken der unterschiedlichen Dünndarmabschnitte, Koliken des Blinddarms und Koliken des übrigen Dickdarmkonvoluts (v.a. Grimmdarm).
Nach der Art der Ursache und der Symptome unterscheidet man:
- Krampfkoliken (z.B. durch Stress)
- Verstopfungskoliken (z.B. durch exzessives Strohfressen, verringerte Darmmotorik)
- Gaskoliken (z.B. wenn die Pferde nicht vernünftig "angegrast" werden)
- Darmverschlingungen
- Einklemmungen von Darmabschnitten (z.B. Dünndarm zwischen Milz-Nieren-Band und Bauchwand)
- Windkoliken (z.B. durch Wetterumschwung ausgelöst)
Zitat - Nur für Mitglieder -
Egal was für Anzeichen das Pferd zeigt, sollte man es auf jeden Fall vom Fressen abhalten, wenn es nicht von selbst nichts fressen will.
Außerdem ist eindecken immer gut, oft schwitzen die Pferde ja stark und wenn sie frieren würde das nur zu weiteren Verkrampfungen führen.
Leichtes Bewegen ist oft gut, man sollte die Pferde aber nicht mit Gewalt zwingen zu laufen, wenn sie nicht möchten. Auch das Tempo sollte man dem Patienten anpassen, es geht schließlich in erster Linie darum, dass das Pferd sich entspannt und die Schmerzen dadurch weniger werden.
Wenn die Pferde sich wälzen wollen, kann man das verhindern, muss es aber nicht zwingend. Natürlich besteht das Risiko, dass sich eine bestehende Darmverschlingung dadurch verschlimmert oder ein verstopfter Darmteil sich erst verdreht, aber es gibt auch oft genug Fälle, in denen das Wälzen dazu beigetragen hat eine bestehende Verschlingung zu "entschlingen".
Zitat - Nur für Mitglieder -
Problem war wohl eher die plötzliche Futterumstellung. Das wird oft unterschätzt, wie empfindlich Pferde da sind. Futterumstellungen sollten immer extrem langsam erfolgen.
Mir ist nicht bekannt, das Müsli an sich ein höheres Kolikrisiko birgt als Hafer zum Beispiel. Im Gegenteil, viele Müslis gelten sogar als leichter verdaulich.
Wenn bei uns ein Pferd eine Kolik hat, rufe ich SOFORT den Tierarzt, decke das Pferd zu und beginne zu führen (siehe oben).
Gott sei Dank hatte noch nie eines unserer Pferde (in 15 Jahren) eine ernsthafte Kolik. Je einmal haben mein Pony und Helli leichte Kolikanzeichen gezeigt, wir haben sofort angefangen zu führen und für Entspannung zu sorgen und beide Male waren die Symptome vergangen, als die Tierärztin kam.
Trotzdem würde ich immer wieder so handeln. Dafür lernt man in meinem Studium einfach zu viel über die Dramatik des Kolikgeschehens.
LG Lelie
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09.03.2010, 21:07
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Moderator
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@ Lelie
nachdem damals der halbe Stall Kolik hatte, wurde das Müsli kontrolliert und es war mit Schimmelsporen verseucht und gegoren. Was da genau passiert war, konnte uns eigentlich niemand erklären.
Liebe Grüße
Angie
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18.03.2010, 18:11
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Reitlehrer/in
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Einige.
Ich habe in meinem Leben schon die verschiedensten Pferde mit den verschiedensten Koliken gesehen.
Teilweise auch sehr plötzlich auftretend. Von Sandkolik, über Milz-Nierenband-Aufhängung, Dickdarm-Ruptur, Verstopfung, Stresskolik... etc.
Meine eigenen Pferde waren glücklicherweise bisher auf die Zeit hochgerechnet relativ wenig betroffen.
Ich persönlich habe habe ein Pferd in Folge ein Kolik-Operation verloren. Bei dieser Kolik handelte es sich anfangs um eine eher harmlose Gaskolik, die dann zu einer Grimmdarmdrehung (Grimmdarm = Colon) geführt hat. Prognose war sehr schlecht.
Eines meiner anderen Pferde hatte in jungen Jahren eine sehr extreme Verstopfungskolik in Folge von verschlepptem Blutwürmerbefall aus dem Fohlenalter.
Nur 2 meiner Pferde hatten jemals eine Kolik. Eines davon ist tot. Dieses Pferd hatte hin und wieder bei Wetterumschwüngen und in der Trächtigkeit mit kleinen Gaskoliken zu kämpfen, bei denen man aber bis auf das eine Mal immer mit Buscopan Abhilfe schaffen konnte.
Ich klopfe grade auf Holz, dass meine Pferde von diesen tückischen Bauchschmerzen in Zukunft verschont bleiben.
Aber man darf sich nichts vormachen, "die Kolik" kann immer und überall lauern und ganz plötzlich ohne vorherige Anzeichen auftreten...!
... Und man ist so furchtbar machtlos!
Zitat - Nur für Mitglieder -
Bei Kolik kommt I M M E R der Tierarzt, egal ob es nur ein "verklemmter Pups" ist oder etwas offensichtlich ernsthafteres.
Bei Kolik drängt in erster Linie die Zeit.
Der Verdauungstrakt eines Pferdes ist so groß und anfällig, dass es bei einer Untaktmäßigkeit so schnell zu irreperablen Schäden kommen kann bis hin zur Todesfolge.
Je nach Befindlichkeit wird der Patient bis zum Eintreffen des Tierarztes mit Dr. Schaette Colosan behandelt und evtl. etwas geführt.
Wälzen werde ich Zeit meines Lebens bei einem Koliker mit allen Mitteln verhindern, (auch wenn man es in einem gewissen Zustand nicht mehr verhindern kann) denn das Lehrgeld das ich bezahlt habe war ausreichend!
Ebenso würde ich bei Ungereimtheiten nicht lange fackeln und abwarten ob denn nicht doch noch Besserung eintritt, sondern SOFORT und schnellstmöglich ab in die Klinik!
Bis man schaut, sind die Pferde nämlich nicht mehr transportfähig und dann ists zu spät.
Einen aktuten Koliker im Todeskampf hinten auf dem Hänger wünsche ich nicht mal meinem schlimmsten Feind!
Der Erfolg der meisten Kolik-OP`s scheitert am Zeitfaktor. Weil einfach zu lange gewartet wurde.
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11.05.2010, 22:09
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Kann jeder machen, wie er mag. Aber trotzdem sollte hier Sicherheit für Mensch und Tier über alles gehen. Bei einem richtig tobenden Koliker bringt man sich in Lebensgefahr, wenn man den vom Wälzen abhalten will. Die werfen sich ohne Rücksicht auf Verluste hin.
Dann lieber in die Halle stellen und freilaufen lassen, da kann das Pferd sich nicht festlegen und Menschen können nicht verletzt werden.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ganz wichtiger Punkt! Gerade Dickdarmverdrehungen können innerhalb von zwei, drei Stunden soweit fortschreiten, dass man selbst mit einer OP keine Chance mehr hat, weil einfach der komplette Dickdarm abgestorben ist.
Deshalb lieber einmal mehr und dann zackig in die Klinik!
Zitat - Nur für Mitglieder -
Diese Aussage muss ich korrigieren (man lernt ja nicht aus und ich hatte heute Kolik-Wahlpflicht  ).
Geht man von einem guten Chirurgen in einer guten Klinik aus, dann ist eine "normale" Kolik heutzutage sehr gut zu operieren, die Pferde überleben mit einer Chance von ca. 80 %. Muss ein Stück Darm entfernt werden (in der Regel Dünndarm), sinken die Überlebenschancen auf ca. 60 %. Was ja auch schon nicht schlecht ist.
Nicht eingerechnet in diese Werte sind die Fälle, bei denen man schon vorher eine Diagnose stellen kann, die keine Überlebenschance hat. Also nur die, die mehr oder weniger erfolgreich operiert wurden, sind hier überhaupt erfasst.
LG Lelie
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12.05.2010, 11:51
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Moin,
Else hatte in ihrem Leben erst eine Kolik, weil sie bei der Heufütterung vergessen wurde und somit ihre Box leergefressen hat.
Bei 2 Krankheiten steht der TA sofort an meiner Seite Husten und Kolik, da mache ich keine Experimente und warte schon gar nicht ab, wie sich der Verlauf entwickelt.
Eine Kolik-OP kommt für mich nicht in Frage. Es mag ja sein, daß die Medizin sich weiter entwickelt hat aber nach wie vor kenne ich kein Pferd was eine Kolik-OP - trotz guter Vorhersagen - überlebt hat. Die Chancen zur Genesung stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten. Kann man von mir halten was man möchte, aber das werde ich meiner Stute ersparen.
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12.05.2010, 12:16
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Das seh ich wie Du Mueffy. Beim leisesten Verdacht auf Kolik kommt bei mir sofort der Tierarzt. Alles wird für mein Pferd getan, aber eine Kolik-OP würd ich auch nicht riskieren. Erstens ist Villy inzwischen schon 18 Jahre und da besteht wohl schon ein Risiko bei der Narkose. Zweitens hab ich sehr wenige OP-Kandidaten erlebt, die hinterher beschwerdefrei und voll nutzbar unterwegs waren. Dann würde es mir noch Probleme bereiten, meinen kleinen Feger so lange in Boxenhaft zu halten, bis die Naht sicher belastbar ist. Alleine mit diesem Problem sind in meinem alten Verein 3 Pferde nach erfolgreicher Kolik-OP über den Jordan gegangen.
Liebe Grüße
Angie
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