| Wehwechen der Pferde Ist eurer Pferd zur Zeit erkrankt und ihr braucht Tipps- dann schreibt hier hinein! |

12.05.2010, 12:32
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Natürlich muss das jeder selber wissen. Die Kosten sind mit um die 3000 Euro (kann je nach Größe des Pferdes und Schwierigkeit der OP mehr oder weniger sein, bei Komplikationen natürlich noch drüber) zwar hoch, aber wenn man sich überlegt, was man ein Pferdeleben lang an Tierarztkosten in ein Pferd investiert, weiß ich nicht, ob es so ein unmöglich hoher Betrag ist.
Leute, deren Pferde eine OP-Versicherung haben, müssen da meistens noch weniger überlegen.
Wenn du keine Pferde kennst, die das überlebt haben, dann ist das entweder ein dummer Zufall oder die operierende Klinik ist nicht mehr auf dem neusten Stand.
Hier an der Uni sitzen sicher die besonders guten Experten zu dem Thema, aber trotzdem ist es wirklich eine veraltete Einschätzung, dass Kolik-Operierte kaum Überlebenschancen haben.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Mit 18 Jahren ist ein Pferd noch nicht zu alt für eine Narkose. Natürlich sind Vollnarkosen beim Pferd immer ein Risiko, aber grundsätzlich sind bei Pferden die Altersunterschiede was das Narkoserisiko angeht eher gering.
Und: Koliker vertragen die Narkose aufgrund der stressbedingten Sympathikusaktivierung manchmal sogar noch besser als Patienten von "Routine"-Operationen.
Und selbst wenn dann das Narkoserisiko aufgrund des Alters doch vom behandelnden Tierarzt als deutlich erhöht eingeschätzt werden sollte, kann man (sofern man vorher schon eine ziemlich genaue Diagnose hat) das Pferd auch stehend (also stark sediert mit zusätzlicher lokaler Betäubung) operieren. Problem beim dann angesetzten Flankenschnitt ist, dass man eben nur nicht überall dran kommt, weshalb man vorher wissen muss, auf welcher Seite das Problem liegt.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Eine gut genähte Naht geht nicht so schnell auf, da alle betroffenen vier Schichten einzeln vernäht werden. Die Qualität hängt da ganz vom Chirurgen ab.
Bis die Naht belastbar ist, dauert es 4 bis 6 Wochen. In der Zeit dürfen die Pferde im Schritt bewegt werden und auch frei auf ein kleines Paddock, nur sollen sie eben nicht rennen und toben. Ob das so lange ist? Mit jedem Sehnenschaden muss ein Pferd länger stehen und deshalb macht man sie auch nicht gleich tot...
LG Lelie
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12.05.2010, 14:32
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Pferdepfleger
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Zum Thema Kolik-OPs: Ich kann nur meine eigenen Erfahrungen kundtun und das nicht mit fundiertem Hintergrundwissen belegen, aber ich kenne zwei Pferde die bei einer OP gestorben sind. Dagegen ist die Zahl der erfolgreich operierten Pferde in meinem Bekanntenkreis wesentlich höher.
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12.05.2010, 15:57
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Moderator
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Die 3 Pferde, deren Dahinscheiden ich miterlebt habe, waren mindestens 1/2 Jahr in Boxenhaft und hatten mehrfache Narbenbrüche. Natürlich ist das auch schon über 20 Jahre her, vielleicht sind die Tierärzte inzwischen besser ausgebildet.
Im Übrigen hatte meine Stute ein Problem mit dem Fesselträger und der Villy vor 2 Jahren ein Problem mit der Beugesehne. Keines meiner Pferde war zu absoluter Boxenruhe verdammt, beide durften im Schritt bewegt werden.
Liebe Grüße
Angie
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...  denn das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde!
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12.05.2010, 16:14
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Weder die OP-Methoden noch die Ausbildung der Tierärzte noch die Materialen kann man von heute und vor 20 Jahren vergleichen. Da ist es klar, wenn sich andere Vorstellungen aufbauen, die einfach nicht mehr der Realität entsprechen.
Auch die Narkosetechniken sind heute viel weiter entwickelt, sodass man die Risiken wirklich komplett anders bewerten muss.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Wie oben geschrieben dürfen auch Koliker im Schritt bewegt werden oder aufs Paddock, sofern sie da ruhig bleiben. Keiner von denen ist zu absoluter Boxenhaft verdammt.
Es nützt einfach nichts, hier Äpfel mit Birnen zu vergleichen und damit veraltete Vorstellungen auch noch zu zementieren. Zum Wohl der Pferde sollte uns allen an Aufklärung gelegen sein. Das muss die Entscheidung für oder gegen eine Kolik-OP nicht ändern, aber man trifft sie dann wenigstens auf der Grundlage von aktuellen, dem heutigen Wissensstand entsprechenden Informationen.
LG Lelie
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13.05.2010, 21:32
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Moderator
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Wenn es für mich finanziell tragbar wäre, und das würde ich auf jeden Fall versuchen zu ermöglichen, würde ich die Lütte bei einer Kolik operieren lassen.
Aus unserem Stall wurden in den letzten 3 Jahren 2 Pferde operiert. Einer 16, der andere 11. Beide waren 6 Wochen auf dem Paddock und wurden an der Hand im Schritt bewegt. Beide sind wieder voll belastbar. Der eine geht weiterhin erfolgreich Fuchsjagden und der andere ist im Western-Freizeit-Bereich unterwegs.
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Viele Grüße Wunschtraum 
"Richtig reiten reicht" (Paul Stecken)
"Reiten ist mehr als ein Sport. Reiten ist Gefühl und Vertrauen. Reiten ist eine Lebenseinstellung, voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht."
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13.05.2010, 21:46
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Administrator
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Ich denke auch es kommt drauf an was für eine Kolik es ist und wie weit fortgeschritten bzw welche Chancen das Pferd hat. In welchem Alter es ist...
Ich habe eine OP-Versicherung, um nötige OP's abzusichern.
Bei uns am Stall hat eine 24 jährige Ponystute die OP mit Darmentfernung sehr gut überstanden. '(für mich die Frage ob man dies seinem Pferd ind em Alter noch antun muß). Hatte natürlich etwas länger dran zu "knabbern" aber alles heilte sehr gut.
Jetzt (zwei Jahre später) ist sie an einer Verstopfungskolik "eingegangen". Es wurde zu viel halbtrockenes Brot gefüttert (von der Besifamilie) und das Pony hat zuwenig Wasser getrunken. Alles hat sich unschön im Blinddarm festgesetzt und ließ sich auch nicht durch tägliche Einläufe und Tropfs wieder wegmachen. So das Leber und Nieren nach einer Woche versagten (wurde alles in de rklinik gemacht). Da hat man dann der Besi nahegelegt das Tier zu erlösen, da es die OP wohl nicht mehr überstehen würde.
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lg Gwenie
Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
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18.05.2010, 07:06
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Guten Morgen,
sicher mag die Medizin heute weiter sein, aber das Risiko einer Kolik-OP ist mir persönlich zu hoch.
Und wenn man dann auch noch negative Erfahrungen in seinem Umfeld gemacht hat, was dieses Thema angeht, dann wird man sich noch weniger damit anfreunden können.
Und diese Erfahrung als veralterte Vorstellungen hinzustellen, finde ich einfach nur frech.
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18.05.2010, 12:50
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Das ist war/war mir schon immer egal, ob ich mich damit in Gefahr bringe. Wenn es um mein Pferd geht, dann nehm ich es in Kauf. Man man es dumm nennen, oder wie auch immer, ich habs so gemacht als es drauf an kam und würde es wieder so machen. Sie ist 3 mal auf mich drauf gefallen, als sie getobt hat und wir sind 3 mal wieder aufgestanden. Ich bin auf sie drauf in den Hänger geklettert, als sie auf dem Hänger festlag und sich fast das Genick gebrochen hat. Für/bei diesem Pferd hätt ich das jederzeit wieder getan, bei einem anderen wohl nicht.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Naja, die Kolik-OP ist bei einem guten Operateur schnell überlebt, da geb ich dir recht.
Ich kenne einige Fälle, die auch schwierige OP`s gut überstanden haben. Die OP... Aber das "danach" leider nicht immer...
Die OP ist für mich nicht der größte Risikofaktor.
Da kommt doch mehr.
- Aufstehen in der Aufwachbox muss gut gehen
- Der Kreislauf muss auf dem Damm sein
- Es darf nicht erneut zu Koliksymptomen kommen
- Das Pferd muss "kämpfen" und "wollen" sonst hat die beste Medizin keine Chance
- Es darf sich keine Entzüngung einstellen
- Das Anfüttern muss erst mal klappen
- Wenns dann wieder ans Antrainieren geht ist auch Vorsicht geboten
- Die Fütterung muss lebenslang angepasst und im Auge behalten werden
Ein kolikoperiertes Pferd ist immer wie eine tickende Zeitbombe. Man macht sich verrückt...
Es kann jederzeit wieder so weit sein (grade wenn Darm entfernt wurde).
Ein Operierter ist einfach irgendwie (in den meisten Fällen) anfälliger! Ich würde mich schwer tun mit der "Angst" zu leben.
Und die Zahl der Pferde, die mehrfach eine OP überleben ist nicht sooo groß. (Gut, ich kenne eine Stute, die hatte schon 3 OP`s, davon 2 mal mit Fohlen im Bauch. Ein Fohlen hat auch überlebt.)
Es ist schon ein ganz langer, anstrengender Weg, bis ein Pferd nach gelungender OP dann letztendlich wieder fit ist.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Wenn wirklich nur noch sehr sehr geringe Chancen bestehen, würde ich persönlich das Pferd in den meisten Fällen nicht mehr auf den Tisch legen.
Wie siehst du das?
Zitat - Nur für Mitglieder -
Also die Kosten wären bei mir nie der entscheidende Punkt.
DAS Geld kann ich im Notfall IMMER auftreiben und wenn ich es ratenweise abstottere bis ich 50 bin.
Ist jetzt ein dummer Vergleich, aber für ein Kind würde mans doch auch versuchen...
Ich habe die Einstellung, dass man schon "alles" versuchen muss, soweit es für das Pferd vertretbar ist und auch realistische Chancen bestehen, dass es klappen kann.
Ich denke, man kann das nicht pauschal entscheiden. Man muss immer das jeweilige Pferd, die Erkrankung, den Zustand, etc. situationsgerecht bewerten.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Das stimmt natürlich, dass die Kolik-Chirurgie stets auf dem Vormarsch ist und große Fortschritte gemacht hat, ich begrüße das sehr und verfolge das auch mit großem Interesse.
Aber ich kann das verstehen, dann man auch von "Sachen" die in seinem Umfeld geschehen sind und die man erlebt hat geprägt wird und sich durch diese Erfahrungen eine eigene Einstellung bildet. Das muss man einfach akzeptieren. Man kann anderen Leuten keine Meinung vorschreiben.
Ob ich jemals wieder ein Pferd bei Kolik operieren lassen würde hängt von einigen Faktoren ab.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich glaube es ist extrem schwierig zu sagen, Kolik-OP-Pferde haben allgemein "große" oder "kaum" Überlebenschancen...
Man muss das vom jeweiligen Fall abhängig machen, denke ich.
Was bringt einem die ganze schöne Statistik, die richtig rosig aussieht was die Chancen betrifft, wenn man als Besitzer mit seinem Koliker in der Klinik steht, und seine Chancen "beschissen" sind (und das weiß man sofort, schon daheim im Stall (!) da braucht der TA gar nichts sagen)... Da kann man einfach nur auf die ach so moderne Medizin verzichten und diese Einstellung ist dann nicht veraltet, sondern ganz, ganz real und modern...
Wenns das eingene Pferd ist, ist alles anders!
Lelie, ich glaube das ginge dir auch so, denn dann würdest dus aus dem Besitzerblickwinkel sehen und nicht auf dem Tierarztblickwinkel.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich glaube die Genesung hängt sehr stark vom Charakter und Typ eines Pferdes ab. Einige können problemlos 4-6 Wochen stehen bzw. nur "lullipulli" und es ist überhaupt nicht schlimm. Andere bringen sich aber schon nach 3 Wochen schier um. Das ist dann einfach nur die Hölle. Denn es ist verdammt schwer eine Kanonenhugel ruhig zu halten. Und mit Sedieren, etc. ist halt bei nem Kolik-operierten auch so ne Sache...
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich kann das verstehen. Wäre ich nochmal in solch einer Situation, müsste ich sehr mit mir ringen. Und ich wüsste nicht was ich tun würde.
Früher hätte ich jeden Koliker sofort operieren lassen, aber nachdem was ich mitgemacht habe (vor und nach der OP, die OP selbst war sehr interessant, denn ich war dabei), wie dieses Pferd gelitten und getobt und doch gekämpft hat, das hat mich sehr geprägt. Und ich bin wirklich Keine, die Panik bekommt, durchdreht oder sich reinstresst oder so, wenn was Schlimmes mit Pferden ist...
Aber solche Erfahrungen prägen einfach...
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18.05.2010, 17:07
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Es sagt doch niemand, dass du nicht für dich und dein Pferd entscheiden kannst, dass du keine Kolik-OP willst.
Ich kann nur aus medizinischer Sicht sagen, dass die Chancen eines operierten Kolikers zu überleben sich in den letzten Jahren durch verbesserte OP-Techniken, bessere Diagnostik vor der OP und ausgefeiltere Nachsorge stark verbessert haben.
Das ist einfach ein Fakt und hat nichts mit meiner persönlichen Meinung zu tun. Wenn es frech ist, aktuelle Erkenntnisse zu vertreten, dann war das wohl frech, ja.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Auch das muss jeder selbst entscheiden und ich kann nicht sagen, was ich tun würde, wenn mein Pferd sich in so einer Extremsituation befindet.
Aber trotz allem sollte man sich der Gefahr bewusst sein.
Bei uns ist im Stall die Schwester des Stallbesitzers bei einem Verladeunfall gestorben, weil das Pferd auf sie drauffiel.
Sowas prägt auch und dem Pferd ist ja auch nicht geholfen, wenn man selbst dafür am Ende über den Jordan geht.
Deshalb sollte man es sich möglichst leicht machen und solche Situationen vermeiden, wann immer es geht.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ist es nicht immer ein langer Weg, bis ein Pferd nach einer schlimmen Krankheit oder Verletzung wieder fit ist?
Ist es nicht so, dass man bei einem Pferd, dass einmal einen Sehnenschaden hatte auch ständig Angst hat? Die sind genauso prädesteniert dafür, sowas wieder zu bekommen.
Ich halte mich für ziemlich leidgeprüft, was Helli angeht. Trotzdem würde ich im Rahmen dessen, was medizinisch eine Chance hat nichts unversucht lassen. Wenn sie zwei Jahre später trotzdem an einer Kolik stirbt, hab ich es wenigstens versucht und bis dahin noch eine schöne Zeit mit ihr gehabt.
Schon vorher aufgeben, weil hinterher wieder so etwas passieren könnte, das ist nicht meine Art. Es kann auch sein, dass ich morgen vom Auto überfahren werde, trotzdem werde ich nicht aufhören, auf die Straße zu gehen.
Muss jeder selber wissen...
Zitat - Nur für Mitglieder -
Das würde auch kein verantwortungsvoller Tierarzt raten. Es ist ein absoluter Irrglaube, den Tierarzt quasi als geldgeilen Feind zu sehen, der jedes Pferd auf Teufel komm raus aufschneiden will. Wenn ein Pferd schon nach der klinischen Untersuchung keine Chance hat, dann wird sich kein Chirurg darauf stürzen es zu operieren!
Ein Pferd mit einer Dickdarmverschlingung z.B. bei der schon Darm abgestorben ist (kann man ggf. am Blutbild sehen, die Verschlingung diagnostiziert man rektal und per Ultraschall), ein Pferd mit einem geplatzten Magen (sieht man am Bauchhöhlenpunktat), ein Pferd, dass aufgrund einer länger dauernden heftigen Kolik schon vom Kreislauf zusammengebrochen ist (und damit sowieso kurz vorm Tod steht) oder ein Fohlen, bei dem zum dritten Mal die Blase reißt, die würde man nicht mehr operieren.
Nicht immer kann man allerdings vorher sagen, ob das Pferd eine Chance hat. Nicht immer kann man tasten, ob Dünndarm "nur" verstopft, eingestülpt oder verknotet ist und auch dann ist es nicht immer einfach schon vorher zu sagen, ob und wenn ja, wie viel Darm schon abgestorben ist.
Deshalb gibt es oft auch Fälle, in denen mit den Besitzern vereinbart wird, dass das Pferd in Narkose gelegt und der Bauch aufgemacht wird und dann entschieden wird. Wenn schon große Darmteile abgestorben sind, wird das Pferd eingeschläfert, wenn es nur eine leichte Verschlingung ist (die man enttüddelt und den Darm sortiert wieder in den Bauch legt) wird man das Pferd versuchen zu retten.
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Beruhigend für dein Pferde, dass du das so siehst. Aber das ist bei vielen Besitzern nicht so. Es ist doch deutlich zu merken, dass Besitzer, die eine OP-Versicherung für ihre Pferde haben sich wesentlich leichter zu einer Kolik-OP entscheiden, als Besitzer die keine solche Versicherung haben und die OP selbst zahlen müssen.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Natürlich muss man das, siehe oben. Und ich bin mir eigentlich sicher, nie etwas anderes geschrieben zu haben. Trotzdem ist es so, dass ein Koliker mit ein und der selben Kolikform heute eine wesentlich besser Überlebenschance hat als vor 20 oder 10 Jahren.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich sehe das keineswegs nur aus dem Tierarztblickwinkel. Ich bin genauso wie ihr auch Pferdebesitzer. Deshalb kenne ich beide Seiten (wie die meisten Pferdetierärzte, die haben doch meistens auch privat mit Pferden zu tun).
Gerade daraus resultiert meine Haltung zu Kolik-Operationen.
Ich glaube einfach, dass viele Pferdebesitzer sehr wenig darüber wissen und sich an Gerüchte, Geschichten und bruchstückhafte Erfahrungen halten. Deshalb ist es an "uns" Tierärzten und denen, die da etwas mehr Hintergrundwissen haben, zu informieren und aufzuklären, damit dann jeder Pferdebesitzer im Fall des Falles so qualifiziert wie möglich entscheiden kann.
Vielen Pferden würde es vielleicht noch ein schönes Leben schenken und andere vor übertriebenen Qualen und den Besitzer vor unverhältnismäßigen Kosten schützen.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Mit dem Argument kannst du jedes Pferd mit einem Sehnenschaden, mit einem operierten Chip, einem Griffelbein- oder Hufbeinastbruch, ja sogar mit einem richtig schlimmen Hufabszess in den Himmel schicken.
Koliker sind nun wirklich nicht zwangsläufig schlechter dran als ein Großteil anders erkrankter Pferde.
LG Lelie
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18.05.2010, 18:28
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Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich stimme da vollkommen zu.  Du weiß es auch nicht, was du in der Situation machst... Du machst es irgendwie einfach.... Das entwickelt eine total seltsame Eigendynamik. Können alle sagen du sollst es lassen... Du wartest bin keiner guckt und machst es trotzdem...
Menschen sind manchmal dumm, nicht war?
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Ja, ich glaube das ist sehr prägend. Und sehr, sehr tragisch natürlich.
Man ist sich glaub ich auch der Gefahr bewusst, irgendwie... Aber im Moment der Momente gehts so schnell und man "macht" einfach... Und es ist das Glücksspiel ob die Reaktion falsch oder richtig war.
Ich habe einen Unfall gesehen, da hat eine Frau versucht ein panikendes Pferd am Waschplatz noch loszubinden... Ihre Hand wurde durch den Anbindering gequetscht und sozusagen "abgerissen" (naja auch nicht ganz, aber man kanns eben nicht beschreiben).
Da denkt man doch auch automatisch "niemals hätte ein Mensch mit Verstand da hingefasst!" Aber ich glaube man kann`s nicht sagen, ob mans nicht doch gemacht hätte...
Zitat - Nur für Mitglieder -
Halte ich auch für wichtig, dennoch bin ich immer wieder schockiert, was doch für Sachen passieren können, mit denen man NIE gerechnet hätte und die man z.T. auch technisch nicht für möglich gehalten hätte...
(z.B. Pferd steigt im Wald über einen "Metallgulli" und bleibt mit dem Eisen drin hängen und wartet geduldig Stunden, bis man es wieder da rausgestemmt bzw. geflext hat! : 
Da bekommt man als TA glaub ich auch sachen zu Gesicht wo man nur noch denkt "boah, wie ist das nur so abgelaufen!".
Hast auch schon mal sowas gesehen? Wie geht man aus medizinischer Sicht mit solchen "Sonderfällen" um?
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ja klar, aber der Verdauungstrakt ist so störanfällig... Ein "Klacks" ist sowas doch wohl auch nicht.
Sehnensachen sind natürlich auch sehr risikoträchtig, dennoch ists für mich ein Unterschied, ob ein Pferd "lebt" und vielleicht nicht mehr voll belastbar wird nach einer Sehnensache, oder ob es an den Folgen einer Kolik stirbt... Dann habe ich zumindest meinen "Freund" noch.
Schlimm ist beides, keine Frage. Man kann es drehen und wenden wie man will...
Du bist leidgeprüft was Sehnensachen angeht und ich eben was Verlust nach Kolik angeht. Ist eben so, oder? Wir sind doch nur Menschen.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Wäre auch nicht meine Art, das so zu sehen. Ich denke man braucht in erster Linie auch Vertrauen in seinen Tierarzt.
Wenn mein TA sagen würde, "es wäre nur noch Quälerei", müsste die Entscheidung zum Wohle des Pferdes fallen, auch wenn sowas natürlich immer schwer fällt.
Im Prinzip tut sich ein TA doch auch selbst keinen Gefallen, wenn er einen "scheintoten" Patienten noch aufmacht. Manche Besitzer suchen auch für Dinge die keiner in der Hand hat einen Buh-Mann, ich glaube da brauchen TA`s teilweise ein sehr dickes Fell.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich hatte das auch so vereinbart. Ich war mit im OP und mir wurde das Ausmaß der Dinge erklärt. Sehr gut sah es nicht aus, aber aufgrund der doch recht erstaunlichen Tatsache, dass das Pferd noch lebend auf den OP gekommen war hat sich der Operateur entschlossen zu versuchen die OP zu beenden. Das gelang auch erstaunlich gut und komplikatioslos, leider war dann in der Aufwachbox Endstation.
Da kann man dem TA auch keinen Vorwurf machen, der hat bzw. das ganze Team hat alles versucht.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Naja, ich hab auch draus gelernt.
Daisy hat jetzt auch zur Sicherheit eine OP-Versicherung.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Man wird aber einfach "härter" wenn man beruflich mit Pferden zu tun hat. (Hab das im mehrmonatigem Praktikum auch festgestellt)
Das ist als TA bzw. Tierarzthelferin nicht anderes als als Bereiter. Es wird doch irgendwie Routine und man muss sich schon schützen nicht jedes Schicksal "mit nach Hause" zu nehmen. Es sind neben den guten Momenten auch so viele dabei, die es trotz allen Bemühungen nicht schaffen. Kein einfacher Job.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Das ist nicht mein Argument, sondern eine allgemeine Feststellung. Ich sage auch nicht, dass man solche Pferde in den Himmel schicken soll.  (Welches Pferd musste denn noch nicht wegen einer Verletzung stehen? Dann wären sie alle schon im Himmel...) 
Bei manchen Pferden ists eben ein Kinderspiel... Die werden auch nicht kirre, wenn sie schon die 12. Woche nur 5 min. Schritt gehen... Bei anderen kann so eine Führeinheit schon zum extremen Belastungsprobe werden.
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