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Wehwechen der Pferde Ist eurer Pferd zur Zeit erkrankt und ihr braucht Tipps- dann schreibt hier hinein!

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  #1  
Alt 15.08.2010, 20:19
nellysjulchen
Gast
 
Beiträge: n/a
Arthrose & Spat

Ich würde gerne mal ein Thema zu Arthrose und Spat aufmachen.

Habt/Kennt ihr Arthrose/Spatpferde?
Woran wurde die Arthrose/ der Spat bemerkt?
Wie werden diese Pferde jetzt gearbeitet?
Inwiefern hat sich die Arbeit verändert/eingeschränkt?
Werden die Pferde dagegen behandelt? Wie?


Erzählt einfach mal drauf los.

LG Julia
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  #2  
Alt 15.08.2010, 20:48
Lelie
Gast
 
Beiträge: n/a
Habt/Kennt ihr Arthrose/Spatpferde?
In welchem Stall gibt es keine Pferde mit Arthrose? Spat ist ja nur eine Spezialbezeichnung für Arthrose in den Sprunggelenken. Ab einem gewissen Alter bekommt so ziemlich jedes Pferd Arthrosen, das ist bei denen nicht anders als bei uns Menschen.
Der Arthrose-Patient, der mir am nächsten steht ist sicher meine Helli. Sie hat Arthrose in den Hüftgelenken, vor allem links.

Woran wurde die Arthrose/ der Spat bemerkt?

Nachdem sie wegen eines Sehnenschadens an einem Vorderbein wieder antrainiert werden durfte, lahmte sie plötzlich hinten.
Weder osteopathische Behandlungen noch Entzündungshemmer schlugen richtig an und in Verbindung mit dem schubhaften Auftreten, schon vorher geringfügig zu bemerkenden Steifheiten auf dieser Seite und dem Gangbild (auch nach Beugeproben) stand damit die Diagnose einigermaßen fest. Man hätte natürlich noch Röntgen können, aber das ist am Hüftgelenk nur in der Klinik unter Narkose möglich und hätte auch keinen wesentlichen Erkenntnisgewinn gebracht, deshalb wollten wir ihr das im Alter von 20 Jahren nicht mehr antun.

Wie werden diese Pferde jetzt gearbeitet?
Erstmal gar nicht mehr, weil die Lahmheit einfach zu stark war. Zwischendurch gab es eine bessere Phase in der sie im Schritt an einigen Tagen in der Woche ins Gelände geritten wurde, also nur noch sehr geringe Belastung und viel geradeaus.
Andere Arthrosepferde, die ich kenne, sind wesentlich weniger stark betroffen und brauchen einfach nur zum Aufwärmen etwas länger und werden etwas schonender gearbeitet (größere Bögen, kein Springen mehr...).

Inwiefern hat sich die Arbeit verändert/eingeschränkt?
Wie gesagt, sie wird eigentlich gar nicht mehr gearbeitet.
Bei geringer gradigen Fällen reicht es oft, die Aufwärmphase zu verlängern und die Gelenkbelastung zu reduzieren, in dem man weniger enge Wendungen reitet, nicht springt und vor allem auch auf schonende Bodenverhältnisse achtet.

Werden die Pferde dagegen behandelt? Wie?

Erste und wichtigste Behandlung ist viel ruhige Bewegung. Bei Helli haben wir das so gelöst, dass sie im Sommer Tag und Nacht auf der Weide steht, im Winter von morgens bis abends (eigentlich wollten wir ihr mit einem Offenstall was gutes tun, aber da ist sie total verkümmert).
Wenn es akute Schübe gibt, bekommt sie Metacam, also ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Medikament.
Außerdem unterstützend im Winter alle zwei Tage Traumeel subkutan (unter die Haut) gespritzt.
Man kann auch Glykosaminoglykane füttern (kommen z.B. in grünlippiger Meeresmuschel vor), die Bestandteil der Gelenkschmiere sind und so für eine Verbesserung des Zustandes sorgen sollen. Ob sie über die Fütterung dann auch im Gelenk ankommen und da helfen, ist umstritten.
Auch helfen können im Anfangsstadium Hyaluronsäure-Spritzen direkt ins Gelenk. Allerdings ist damit auch ein hohes Infektionsrisiko gegeben.
Grundsätzlich muss man sich nichts vormachen, Arthrose ist eine unheilbare Krankheit. Wenn man Glück hat, kann man das Fortschreiten verlangsamen, aber mehr kann man nicht tun.
In ganz schlimmen Fällen kann man einen Nervenschnitt machen (die Pferde sind dann nur noch sehr eingeschränkt reitbar). Der nimmt die Schmerzen, aber eben auch das Gefühl für den Bereich. Ich kenne ein Pferd mit Hufgelenksarthrose (= Schale), dass damit noch lange Jahre glücklich auf der Weide gestanden hat. Auch das ist aber nur eine symptomatische Behandlung
LG Lelie
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  #3  
Alt 15.08.2010, 21:38
Benutzerbild von Casey
Futtermeister
 
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Casey befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Habt/Kennt ihr Arthrose/Spatpferde?

JA unser Max ist ein Spatpferd.

Woran wurde die Arthrose/ der Spat bemerkt?

Vor ca 3 oder 4 Jahren, fing er an hinten zu lahmen, anfangs dachten wir vertreten oder Hufgeschwür. Nachdem der TA dann aber nicht genau feststellten konnte woher genau die Lahmheit kommt. Erst Entzündunghemmer gespritzt und wurde nicht besser. Nach dem Röntgen wussten wir bescheid.

Wie werden diese Pferde jetzt gearbeitet?

Gar nicht mehr , bzw. "leichte" Arbeit Bodenarbeit oder an der langen Longe.

Inwiefern hat sich die Arbeit verändert/eingeschränkt?

Sehr. Er war dann nicht mehr so belastbar wie vorher und hat ab und an die Spatschübe, der letzte ist ca 1/2 Jahr her.

Werden die Pferde dagegen behandelt? Wie?

Wenn ein heftigerer Schub kommt wird TA bestellt und bekommt Equipalazone?. Ansonsten fütter ich übern Winter dann meist Teufelskralle, früher habe ich Ingwer gefüttert.
Ansonsten, viel Auslauf, morgens raus und Abends wieder rein. Offenstall haben wir auch versucht verkümmerte er aber regelrecht.
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  #4  
Alt 16.08.2010, 07:33
Benutzerbild von Angie
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Angie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wie jedes Pferd litt auch meine Jaxi im Alter an Arthrose. Bemerkt hab ich es daran, dass sie vor allem im Winter länger brauchte, um geschmeidig zu werden. Wenn im Sommer 15 Minuten Schritt vor der Arbeit reichten, mussten wir diese Zeit im Winter eben verdoppeln. Da Jaxinchen im Pferdehimmel ist, wird sie selbstverständlich nicht mehr gearbeitet. Über Winter hat Jaxi immer eine Kombibehandlung mit Traumeel/Zeel erhalten und war den ganzen Tag auf der Weide. Letztendlich musste sie wegen starker Arthrose im Karpalgelenk erlöst werden.
Villy ist inzwischen 18 und zeigt bisher noch keinerlei Anzeichen von Arthrose.
Liebe Grüße
Angie
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  #5  
Alt 16.08.2010, 08:52
Benutzerbild von Gwenie
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Gwenie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Unser Opi hat schon seit Jahren Athrose.
Da hilft wirklich nur viel raus, viel bewegen.

Als er noch geritten wurde. War es wichtig lange Schritt zu gehen. Im ALter mußte er sich dann erst auf der einen Hand etwas einlaufen, bevor man auf die andere Hand ging.

Kleinere Linien haben wir dann auch vermieden.
Es ist auch etwas Wetterabhängig, bei kaltem, nassen Wetter sieht man es deutlicher, im Sommer weniger.

Jetzt wo er nicht mehr geritten wird, kommt er als Beistellpferd so oft es geht mit raus auf Paddock und WIese zudem geht es ab und zu in die Führanlage, die wird dann aber nicht ganz so schnell gestellt wie bei den anderen Schritt gehenden Hottis.

Er geht Barhuf, um den Hufmechanismus richtig arbeiten zu lassen.
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lg Gwenie

Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
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  #6  
Alt 16.08.2010, 14:52
Mueffy
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Beiträge: n/a
Moin,

meine Else hat seit 6 Jahren Spat, sie wurde auf der Koppel böse am Sprunggelenk getreten und dadurch haben sich Fisuren gebildet. Else hat zwischendurch immer mal getickert und da habe ich die Sprunggelenke röntgen lassen, dabei wurde die Arthrose dann entdeckt. Zuerst war ich total fertig aber mittlerweile habe ich festgestellt, daß es wesentlich schlimmere Pferdekrankheiten auf dieser Welt gibt.

Nach der Diagnose habe ich sie 8 Wochen auf die Wiese gestellt und habe Traumeel / Zeel gefüttert. Alle anderen Präperate und Behandlungsmethoden waren mir zu unausgereift und dadurch schlichtweg zu teuer.

Mittlerweile reite ich sie ganz normal, vermeide sehr enge Wendungen und springe sie max bis 110, ihre Muskulatur ist in der Hinterhand gut entwickelt und die Bänder sind sehr stabil und gefestigt, was nur durch durchdachte Dressurarbeit - egal wo - möglich ist.

Wichtig ist das Schrittreiten vor und nach der Arbeit und der täglich Weide- bzw. Paddockgang.

Im November füttere ich bis 20 g Ingwer täglich über einen Zeitraum von 12 Wochen dazu, denn Ingwer ist entzündungshemmend und wirkt den Spatschüben entgegen. Allerdings muß der Ingwer einen Gingeroleanteil von 2,8 % haben und darf immer nur als Kur gefüttert werden, weil die Schärfe die Schleimhäute angereift.
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  #7  
Alt 25.08.2010, 12:25
Stalllehrling
 
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Ajola befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Mit Athrose kennen wir uns auch gut aus. Meine Mausi hat Athrose in allen Gelenken von Schulter abwärts in beiden Vorderbeinen. Dazu ne beginnende Krongelenksschale und Bandansätze die Anfangen sich zu verknöchern.
Wenn gerade nix Akutes ist kann ich sie locker geradeaus im Gelände reiten. Aus dem Sport musste sie natürlich raus. Enge wendungen und Stops sind der tod für solche Gelenke.
Mausi steht im Offenstall in einer kleinen festen Herde, denn wer Rastet der Rostet....
Ich gebe kein zusatzfutter oder so. Nur in Akuten Phasen mal ne Kur Zeel (so 8 Ampullen - dh alle 3 Tg 1 Amp. Zeel spritzen)
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  #8  
Alt 09.03.2011, 18:52
Benutzerbild von Baccara
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Baccara befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
So ich kann mich mittlerweile auch hier einreihen. Haben am Montag die Diagnose Arthrose vorne rechts bekommen bei Bine. Momentan bekommt sie 1 Packung Equipalazone pro Tag, seit gestern abend.

Füttert ihr Ingwer/Teufelskralle kurweise oder ständig? Hilft das GSM-Zeug von Masterhorse wirklich und fressen das die Pferde?
Mit welcher Dosierung gebt ihr Traumeel/Zeel?

Verschlechterte sich der Zustand schleichend oder schubweise? Wie oft kamen die Schübe?
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"Mein Gold klimpert nicht und glitzert nicht.
Es glänzt in der Sonne und wiehert in der Nacht!"

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  #9  
Alt 09.03.2011, 19:25
Benutzerbild von Casey
Futtermeister
 
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Casey befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich habe Ingwer oder Teufelkralle immer als Kur gegeben.

Immer im Rhytmus von 3 Wochen, Also 3 Wochen geben und 3 Wochen Pause ....
genauso sowie mit der Teufelskralle.
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Casey für den nützlichen Beitrag:
Baccara (10.03.2011)
  #10  
Alt 09.03.2011, 20:22
Benutzerbild von Angie
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Angie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Vorsicht bei Ingwer - eine Stallkollegin hat es ständig gegeben und damit eine Magenschleimhautentzündung ihres Ponies ausgelöst. Ingwer sollte kurmäßig gegeben werden. Traumeel/Zeel hat meine Stute damals so bekommen: Morgens 5 Tabletten Zeel, Abends 5 Tabletten Traumeel. Meist merkt man Wirkung so nach 10 bis 14 Tagen. Mit der Dosierung muss man experimentieren. Es gab auch ein Pferd, dass die doppelte Dosierung bekommen hat. Vielleicht kann Dir Dein Tierarzt weiterhelfen, Baccara.
Liebe Grüße
Angie
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Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Angie für den nützlichen Beitrag:
Baccara (10.03.2011), Gwenie (10.03.2011)
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