Ich kann Wunschtraum da auch nur beipflichten, Vertrauen heißt nicht, den Verstand auszuschalten.
Pferde sind nunmal Tiere und damit in gewisser Hinsicht unberechenbar. Je länger man das Pferd kennt und je größer das Vertrauen ist, desto geringer wird zwar die Wahrscheinlichkeit, in eine unvorhergesehene Situation zu geraten. Aber ausschalten kann man das Risiko nie.
Deshalb würde ich mich auch auf das bravste Pferd der Welt nicht ohne Kappe setzen. Schließlich hab ich nur diesen einen Kopf.
Ich würde nie ohne Trense (z.B. nur mit Halsring) ausreiten. Mit Turnschuhen in den Steigbügeln reiten. Meinem Pferd beibringen auf Kommando zu steigen. Das
hier ist grob fahrlässig und für jeden ersichtlich total leichtsinnig. Nur so als Beispiele.
Ich glaube, dass man für jede Situation, bis auf eben diese paar Grundregeln, neu bewerten muss, was leichtsinnig ist und wofür man dem Pferd genug vertrauen kann.
Bei meinem Pony wusste ich z.B. nach einigen Jahren, dass ich sie, ohne eine größere Gefahr für uns und andere darzustellen, auch dann mit Halsring reiten kann, wenn mehrere Reiter in der Halle sind.
Helli konnte ich vertrauen, dass ihre Box nicht verlässt, auch wenn die Tür offen steht und ich eben was holen bin oder so. Ich konnte ihr vertrauen, dass sie nicht plötzlich anfängt rumzuzicken, wenn ich meine RB mit ihr ins Gelände schicke. Oder ich konnte mir recht sicher sein, dass sie beim Handpferdreiten auch dann brav bleibt, wenn der kleine Zappelphilipp neben ihr versucht sie zu provozieren.
Eine pauschale Aussage für jedes Pferd und jede Situation würde ich mir zu dieser Frage nie erlauben. Man muss abwägen, die Risiken einschätzen und dann bewerten, was man in Kauf nehmen kann. Der Umgang mit Tieren ist immer potenziell gefährlich, da muss man sich nichts vormachen. Man sollte nur so verantwortungsbewusst sein, dass man weder sich noch das Pferd noch seine Mitmenschen durch sein Verhalten einer unnötigen Gefahr aussetzt.
LG Lelie