| Longierzirkel Hier könnt ihr alle Fragen bezüglich des Longierens und der Bodenarbeit stellen |

13.06.2010, 13:36
 |
Reitlehrer/in
|
|
Registriert seit: 30.12.2009
Beiträge: 1.538
Abgegebene Danke: 255
Erhielt 399 Danke für 187 Beiträge
|
|
|
"Unfälle" an der Longe?
Longieren will gelernt sein ...
... das wissen wir hier alle ...
... nur viele Reiter wissen das leider nicht ... !!!
Ich habe schon beobachten können, wie ein (junges) Pferd dem (ungeschulten) Longenführer die Longe (ohne Handschuhe) aus der Hand zieht und sich die Longe um die hinteren Beine wickelt und sich sehr tief in der Fesselbeuge durch die Longe verletzt. Grund war in diesem Fall, dass der Longenführer die Longe ständig auf dem Boden schleifen ließ und keine Verbindung zum Pferd hatte um im Ernstfall gut reagieren zu können...
Auch ist es auch schon passiert, dass sich Pferde ausgebunden an der Longe überschlagen haben, Pferde einem anderen Pferd in den Longierzirkel gehüpft sind, etc...
Konntet ihr schon mal "Unfälle" an der Longe und/oder rund ums Thema Longieren beobachten?
Um was handelte es sich dabei?
Was war der Grund für den Unfall?
Ist was passiert?
Wie hätte es vermieden werden können?
Haben die Betroffenen daraus gelernt?
|

13.06.2010, 14:08
 |
Pferdepfleger
|
|
Registriert seit: 02.01.2010
Beiträge: 686
Abgegebene Danke: 66
Erhielt 182 Danke für 89 Beiträge
|
|
Mir ist das zum Glück noch nie passiert. Ich bin allerdings auch ein Angsthase auf dem Gebiet und habe deshalb das Longieren meines Kleinen komplett der Bereiterin überlassen. Ich fühle mich einfach nicht dazu in der Lage, ein junges Pferd an der Longe auszubilden.
Bei anderen habe ich sowas schon öfter mitbekommen. Beispielsweise bei Pferden, die sich am Halfter an der Longe ausbuckeln sollten. Da stand dann ein Longenführer in der Mitte und hat dazu noch gescheucht, so dass es dem Pferd irgendwann die Hinterbeine weggerissen hat. Am Halfter longieren ist für mich sowieso so eine Sache, ich finde immer, zum Longieren gehört die korrekte Ausrüstung.
Ebenfalls mit Ausbindern habe ich dieses "Scheuchen" schon erlebt. Um das Pferd wohl irgendwie "ausdrucksstärker" wirken zu lassen, wurde so lange auf engem Zirkel mit der Peitsche hinter dem Pferd rumgefuchtelt, bis dieses dann auch mit der Hinterhand den Halt verlor und hinfiel.
An meinem alten Stall gab es außerdem eine Frau, die mit ihrem Pferd nicht klarkam. Sie war Anfängerin, das Pferd alles andere als ein Anfängerpferd. Zu Reiten traute sie sich nicht mehr, also wurde longiert. Und dabei brach das Pferd in regelmäßigen Abständen aus und zog die gute Frau durch die gesamte Halle, so dass andere Leute, die gerade am Reiten waren gefährdet wurden.
Die Longe, die über den Boden schlackerte habe ich auch schon oft mitbekommen. Manchmal auch kombiniert mit einer Zigarette in den anderen Hand. Wenn ich schon eine Longe sehe, die permanent über den Boden schleift, wird mir ganz anders.
Landläufig scheint aber leider sehr oft die Meinung verbreitet zu sein, dass Longieren eben jeder kann. Ist ja nichts anderes, als das Pferd an einer langen Leine um sich rumlaufen zu lassen, oder? 
|
|
Folgender Benutzer sagt Danke zu Zhofi für den nützlichen Beitrag:
|
|

13.06.2010, 14:42
|
|
|
Mir selbst ist zum Glück noch nie was schlimmeres an der Longe passiert und ich denke auch, dass sich (wie beim Reiten auch) viele, aber nicht alle Unfälle durch überlegten Umgang vermeiden lassen.
Ich longiere nie am Halfter, denn da hat man einfach keine Kontrolle. Jedes noch so brave Pferd kann mal durchknallen.
Deshalb kommt immer wenigstens eine Trense drauf, damit man ein Mindestmaß an Einwirkung hat.
Dann longiere ich nur in Ausnahmefällen, wenn andere Reiter in der Halle sind und am liebsten mit seitlicher Begrenzung (Longierzirkel mit Zaun oder Longierhalle mit Bande), damit das Pferd nicht ausbrechen kann.
Handschuhe sind zum Longieren absolute Pflicht, genauso wie zum Verladen.
Die Longe versuche ich immer kontinuierlich anstehen zu lassen, aber so sehr man sich bemüht, können sich hier schon erste unfreiwillige Probleme ergeben. Es kann immer Situationen geben, in denen das Pferd nach innen drängt. Dann kann man natürlich versuchen das Pferd mit der Peitsche (auch absolute Grundausstattung, egal bei was für einem Pferd, ebenfalls aus Sicherheitsgründen) nach außen zu treiben. Aber wenn man ein sehr hektisches Pferd hat, wird das leicht ins Rennen kommen und besagtes Ausrutschen wird provoziert. Dann hilft nur noch möglichst schnell die Longe nachfassen, aufs Pferd zugehen und versuchen so irgendwie nach außen zu treiben. Nur das braucht alles seine Zehntelsekunden, da kann man nicht immer verhindern, dass was passiert.
Wenn die Pferde ausgebunden sind, ist es wichtig, dass die Ausbinder nicht zu kurz sind. Ein Pferd, dem die Nase auf die Brust geschnürt ist, kann sich nicht ausbalancieren und wird zwangsläufig leichter hinfallen oder sich im schlimmsten Fall sogar überschlagen.
An der Doppellonge gibt es natürlich noch mehr Risiken, da duch die doppelte Longe, die auch noch hinter dem Pferd rumgeht, mehr Möglichkeiten zum Einwickeln und Drauftreten gegeben sind.
Ich nehme deshalb nur Pferde an die DL, die absolut brav sind, longiere am Anfang unbedingt mit einer modifizierten (weil sichereren) Verschnallung und auf einem Longierzirkel o.ä. (Begrenzung!).
Bei Handwechseln oder wenn das Pferd einen mal missversteht, kann es an der Doppellonge sehr leicht passieren, dass die Longe mal auf dem Boden schleift oder durchhängt, da muss man dann schnell reagieren und üben, üben, üben.
Grundsätzlich muss die hintere Longe etwas durchhängen, wobei es dann schon leicht passieren kann, dass sie sich mal unter dem Fesselkopf verhakt oder bei zu hoher Verschnallung unter dem Schweif einklemmt.
Das alles sind Risikofaktoren, die für mich dazu führen, dass nur ein halbwegs ordentlich ausgebildetes und ausrechenbares Pferd an die Doppellonge gehört.
Um Unfälle zu vermeiden finde ich es deshalb wichtig, dass man longieren von jemandem lernt, der es kann (wie reiten auch), dass man sein Pferd genau beobachtet und damit evtl. gefährliche Situationen möglichst vorausahnt und dann schon vorher löst, dass man die Ausrüstung so sicher wie möglich wählt und, dass man seine eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt und deshalb kein überhöhtes Risiko eingeht.
Trotz allem ist der Umgang mit Pferden gefährlich und nicht jeder Unfall kann verhindert werden, da muss man sich keine Illusionen machen.
Zitat - Nur für Mitglieder -
Da kann ich dir nur zustimmen. Gerade beim Longieren ist die Haltung, dass das schon von alleine geht besonders weit verbreitet und die wenigsten Reiter (gerade Anfänger) machen sich darüber Gedanken, wo die Risiken liegen und dass man diese am besten dadurch vermeidet, in dem man sich das Longieren von jemand Geübtem beibringen lässt.
LG Lelie
|

13.06.2010, 16:53
 |
Moderator
|
|
Registriert seit: 26.12.2009
Beiträge: 767
Abgegebene Danke: 298
Erhielt 334 Danke für 158 Beiträge
|
|
|
Wir hatten es bei uns im Stall schon mal, dass sich ein Pferd losgerissen hat und sich die nachschleifende Longe einem Pferd das mit in der Halle war um die Beine gewickelt hat. Die Besi kann einfach nicht longieren und mit ein bisschen mehr Wissen wäre das zu vermeiden gewesen.
Mir ist mein Pferd letztes Jahr beim Longieren mal hin gefallen. Auf dem Zirkel galoppiert und zack lag sie da. Sie ist ein bisschen gestolpert und dann weg gerutscht.
Das hätte sich nicht vermeiden lassen, denn das Tempo war ruhig und ich hatte die Longe leicht anstehen.
__________________
Viele Grüße Wunschtraum 
"Richtig reiten reicht" (Paul Stecken)
"Reiten ist mehr als ein Sport. Reiten ist Gefühl und Vertrauen. Reiten ist eine Lebenseinstellung, voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht."
|

13.06.2010, 17:55
|
Futterknecht
|
|
Registriert seit: 21.01.2010
Beiträge: 109
Abgegebene Danke: 49
Erhielt 41 Danke für 19 Beiträge
|
|
Ist bei mir schon ewig her aber ich hatte mal einen Unfall beim Longieren. Das wäre aber meiner Meinung auch nicht vermeidbar gewesen, dafür ging es einfach zu schnell.
Glaube ich war 12 und bin ein junges Pony geritten. Den musste ich vor dem Reiten immer longieren da er doch recht spritzig war. Das habe ich auch brav gemacht so wie Mutti, die immer mit Argusaugen darauf geachtet hat, dass ich alles Richtig mache und mir eben auch nichts passiert. Sie war an dem Tag sogar dabei.
Naja ich lass ihm so viel Longe, dass er losgehen kann. In der Sekunde bockt der Kerl los, keilt hinten aus und trifft mich mitten in den Bauch. Da bin ich erst mal nach hinten geflogen, Luft weg und von einer Sekunde auf die andere Kreideweiss, ich hab aber nicht losgelassen.
Habe ein Schweineglück gehabt, dass dabei nichts Schlimmes passiert ist. Mir war nur ziemlich übel und ich hatte ein bisschen Kreislaufprobleme.
Und das obwohl ich davor immer schon einen riesen Respekt hatte und sehr darauf geachtet habe WEIT GENUG weg zu sein. Da gings aber echt viel zu schnell. Hatte keine Chance....
|

13.06.2010, 18:01
|
|
|
Zitat - Nur für Mitglieder -
Ich war nicht dabei und will keineswegs behaupten, dass dieser Unfall unbedingt zu vermeiden gewesen wäre, aber genau Situationen wie diese sind es, wegen derer man NIE ohne Peitsche longieren sollte, mit der man das Pferd auf Abstand halten kann.
Eben nicht nur Longe lang und dann wirds schon loslaufen sondern kontrolliert mit der Peitsche nach außen treiben und immer nur so viel Longe nachgeben, wie das Pferd nach außen geht.
LG Lelie
|

13.06.2010, 18:51
|
Futterknecht
|
|
Registriert seit: 21.01.2010
Beiträge: 109
Abgegebene Danke: 49
Erhielt 41 Danke für 19 Beiträge
|
|
|
Gebe ich Dir total recht Lelie!
Ich hab ihm Luft gelassen zum Losgehen und in der Sekunde bockte und keilte er gleich los. Da hat mir auch die Peitsche in der Hand nicht geholfen....
|

13.06.2010, 19:25
 |
Administrator
|
|
Registriert seit: 22.12.2009
Beiträge: 1.407
Abgegebene Danke: 527
Erhielt 358 Danke für 203 Beiträge
|
|
Also kleinere "Unfälle" kann man fast jeden Tag sehen:
Pferde die, erst einseitig ausgebunden, weghopsen, weil jung und unerfahren.
Reintreten in das Longenende (anscheinend sehr sehr beliebtes "Hobby"  )
Ausbinden ohne zu gucken wie das Pferd reagiert- bei einem neuen Hilfszügel.....
Einen Größeren hatte ich mit meiner Gwenie:
beim Longieren über Stangen (ausgebunden) hat sie sich erschrocken (Geräusch von außen)- ist mit Gas über die Stangen gesprungen und auf die letzte mit den Hinterbeinen. Hat sich damit natürlich die HH wegehauen und lag erstmal.
Die Ausbinder waren aber normal lang, so dass sie aufstehen konnte. Habe sie dann erstmal abgemacht und geguckt ob alles klar ist.
Das war zu unseren Anfangszeiten
Ist glimpflich ausgegangen- war alles ok.
Da es so schnell ging konnte ich damals nicht schnell genug reagieren.
Allgemein fängt es ja schon dabei an WIE man die Longe aufnimmt um in einer solchen Situation nicht die Longe um die Hand gewickelt zu kriegen- so ein durcheinander eines Longenknäuels sieht man sooo häufig. :  :
__________________
lg Gwenie
Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
|

14.06.2010, 10:32
 |
Moderator
|
|
Registriert seit: 25.12.2009
Ort: Kreis Recklinghausen
Beiträge: 273
Abgegebene Danke: 61
Erhielt 38 Danke für 27 Beiträge
|
|
|
huhu, das ist ein schönes Thema!! Mache ja gerde einen Longierkurs mit Reitern, die ihr Longierabzeichen machen wollen. Lieber Gott, gab es da am Anfang Schwierigkeiten, von ordentlicher Longenaufnahme, bis Longe über den Kopf nach außen, alles war dabei! Jetzt sieht das Ganze richtig gut aus, auch die Pferde laufen gut, die Lfs werden immer besser, da hat man richtig Spaß dran. Und.. sie geben ihre Kommentare weiter, wie "nimm doch erst mal die Longe richtig auf""laß das Ende nicht auf dem Boden liegen" ich kann nur grinsen. Selbst hatte ich noch keinen Unfall beim longieren, warum weiß ich nicht, denn ich longiere auch viele fremde Pferde und natürlich auch Junge, toi,toi,toi bis jetzt ist nichts passiert.
__________________
Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr..
kommt von irgenwo ein Lichtlein her...
|

22.06.2010, 10:44
|
Stalllehrling
|
|
Registriert seit: 07.06.2010
Beiträge: 11
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 1 Danke für 1 Beitrag
|
|
|
so die richigen unfälle kann ich nicht sagen das ich welche mitbekommen hab , zum glück
mein pferd fliegt nur sooo oft hin , weswegen ich ihn echt schon sehr sehr undgern ausgebunden longiert ....
vorallem in unseren Hallen ,
da brachter nur ma n schritt schneller laufen weiler sich erschrickt oder ähnliches - schon liegter ....
Grüßle
|
| Themen-Optionen |
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist an.
|
|
|
Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.5.0
Template-Modifikationen durch TMS

Copyright 2009 - Stallboard.de - Der virtuelle Stall für alle Reitsport-Disziplinen
|