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Wintersport mal anders
Es war Sonntag und ich schaute gespannt aus dem Fenster. Endlich hatte es aufgehört zu schneien und die Sonne schien. Die Welt schien endlos zu glitzern und ich war schon neidisch, daß wir hier im flachen Land keine Berge haben. Bei diesem Traumwetter muß man doch irgendwie Wintersport machen. Zum Bungsberg - immerhin 163 m mit Skilift - war es zu weit und eigentlich auch schon zu spät und für einen Skiurlaub reichte die Kohle mal wieder nicht.
Ich rannte in den Keller und schaute nach, was wir als Flachlandtiroler so an Wintersportgeräten zur Verfügung hatten. Die Auswahl war nicht so wirklich riesig, es gab nicht mal einen Schlitten und ich wollte die Suche schon aufgeben als ich die Ski in der letzten Ecke stehen sah. Bingo, ich mache einfach Skijöring für ganz arme Flachlandtiroler. Ich kann zwar kein Ski fahren und die Teile gehörten meiner besseren Hälfte, der gut 1,92 m groß ist und Schuhgröße 46 (ich trage so 37) trägt aber egal. Else ist für so einen Mist bestimmt zu haben und ich muß das einfach mal ausprobieren.
In Gedanken sah ich mich schon über den Hügeln der norddeutschen Steppen rasen - Rosi Mittermeier konnte einpacken. Im Stall angekommen, klemmte ich mir die Teile unter den Arm, holte meine Doppellonge, Gurt und Trense und machte mich auf zu Elses Box. Marianne guckte mich ungläubig an, als sie sah, was ich da mitgebracht hatte. "Äh" guckte sie sparsam "du hast doch wohl nicht das vor, wonach es aussieht"? "Doch, ich werde der neue Skistar" grinste ich zurück und machte Else fertig. Keine halbe Stunde später war es so weit, meine Wintersportkarriere konnte starten. "Halt mal" bat ich Marianne und drückte ihr die Leinen in die Hand. Beim Versuch in die Skier zu kommen, legte ich mich schon fast das erste Mal hin aber aufgeben kam überhaupt nicht in die Tüte. Dann hatte ich den Bogen raus und gab Else das Kommando zum Loslaufen. Wir kamen ca. 2 cm. weit und schon lag ich das erste Mal richtig lang. Mühsam rappelte ich mich wieder auf und weiter gings. Ich konnte Elses Gesicht nicht sehen aber das war wahrscheinlich mit 1000 Fragezeichen überseht. Egal.
Nach 5 min. hatte ich den Bogen ganz gut raus, ähm, ich fiel auf jeden Fall nicht mehr hin und wurde übermütig. Ganz nach Goldrosie gab ich Else das Signal zum Trab, die gehorchte auch aufs Wort und 2 sec. lang hatte ich ein geiles Gefühl. Haha seht hier kommt die neue Magdalena Forstberg und krawums lag ich wieder lang. Leider kam ich dabei mit den Leinen an Elses Hinterteil und die setzte das Kommando prompt um und gab Hackengas.
Es war schon ein komisches Gefühl, vorne wurde ich gezogen, hinten bremsen diese komischen Ski aber loslassen kam für mich überhaupt nicht in Frage. Ich sauste bauchlings über jeden Maulwurfshügel und meine Kommandos zum Halten konnte Else nicht hören, weil sich meine Mundhöhle sofort mit Schnee füllte. Außerdem wurde mir klar, daß ich keinen Schneeanzug anhatte und von vorne bis hinten komplett nass wurde. Ich überlegte mir noch, was man sich beim Skifahren alles brechen konnte, als Else plötzlich die Bremse zog. Um nicht an ihren Hinterbeinen hängen zu bleiben, ließ ich die Leinen los und flog ein paar Meter an ihr vorbei. Der Telemann - oder wie diese komische Eisfigur auch heißen mag - war ein Dreck gegen meinen super geilen Salto, den ich da zum Besten gab.
Langsam zählte ich bis 10 und überprüfte jeden Knochen, gebrochen hatte ich mir nix aber das Gelächter des ganzen Stalls war auf meiner Seite. Ich drehte meinen Kopf und sah alle meinen guten Freunde und leider auch die weniger guten Freunde, wie sie sich vor Lachen nicht mehr einkriegten.
Mühsam rappelte ich mich auf, drückte Marianne Else in die Hand und bat höflich darum, daß sie das Pferd für mich wegbringen möge. Ich versuchte die Skier los zu werden und setzte mich ins Auto, drehte mich nicht mehr um und fuhr sofort und ohne Umwege nach Hause.
Mein Freund guckte verdutzt als er mich triefendnass in der Haustür sah und bog sich vor Lachen, als ich ihm erzählte, was ich im Stall erlebt habe. Wütend ging ich unter die Dusche und ich konnte schon ahnen, daß ich am nächsten Tag mal wieder aussehen würde, als wenn ich Zuflucht im Frauenhaus brauchte.
Skifahren war nicht meine Sportart und das Gelächter meiner lieben Stallkollegen hatte ich mir auf ewige Zeiten gesichert.
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LG Mueffy
Dressur Harmonie zwischen Reiter und Pferd
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