| Haltung Hier könnt ihr Haltungsarten diskutieren, Fragen über die "richitge" Haltungsart loswerden |

23.07.2010, 23:14
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Reitlehrer/in
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Pferdehaltung in Eigenregie ist bestimmt kein rosaroter Wendytraum, aber das Unterfangen hat sein Vor- und Nachteile.
Ich habe derzeit 3 Pferde und 1 Pony "daheim" in Eigenregie stehen, da wir lange Landwirtschaft hatten und einfach der Platz da war. Heu machen wir auch heute noch zum großen Teil selbst.
Vorteil:
- Kostengünstiger als Boxenmiete
- Man kann mit seinen Pferden tun und lassen was man will hinsichtlich Koppelgang, Bewegung, Futter
- Man ist vor dem "Stallgezicke" sicher und hat eine "Engelsruhe"
- Man kennt die Pferde extrem gut und kann "mal schnell gucken gehen" wenn irgendwas ist (1 Box hab ich sogar Video überwacht)
Nachteil:
- Es ist harte Arbeit die Pferde wollen fressen, gemistet werden, raus auf die Koppel egal welcher Wochentag grade ist oder was auch immer, egal ob man krank ist oder müde...
- Man trägt die volle Verantwortung hinsichtlich allen Tuns rund um die Haltung
- Man verbringt zum Teil mehr Zeit im Stall, als wenn die Pferde in Pension stehen. (Irgendwas oder irgend ne Arbeit findet sich immer!)
- Es ist manchmal echt langweilig und einsam, wenn man keinen zum Quatschen hat und sein Ding immer alleine durchzieht
Ich weiß es trotz allem schon zu schätzen, die Pferde am Haus zu haben, sonst könnte ich mir sicherlich auch nur 1 Pferd leisten, allerdings würde ich, hätten wir nicht den Stall, generell einen Pensionsstall vorziehen. Es ist einfach Luxus mal einen Tag ausschlafen zu können und zu wissen die Pferde sind versorgt und jemand guckt nach ihnen, bringt sie raus, füttert und mistet...
Ich würde jedem der überlegt sich "selbstständig" zu machen erst mal einen Probelauf zu starten (evtl. mal den Stall von Bekannten komplett machen, etc.) und sich die Sache reiflich zu überlegen... Urlaub, Feiertag und Sorgenfrei werden da nämlich schnell Fremdwörter...
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Skydancer für den nützlichen Beitrag:
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28.07.2010, 10:11
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Futtermeister
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Da stimme ich Skydancer vollkommen zu.
Gut bei uns habe ich das jetzt nicht morgens raus zu müssen und zu füttern, das macht unser Bauer netterweise.
Aber wenn man mal überlegt abends IMMER zum Stall zum füttern einstreuen, Heu fertig machen, Futter geben, auf die Wiese zum abäppeln. Wiese weiter stecken. Zäune reparieren, weil der Zaun irgenwo nicht leitet ( und glaubt mir das ist ne Sch... Arbeit den Fehler irgendwo zu finden.
Man muss beim Hufschmied wenn der kommt mit dabei sein, ist ja kein SB da der einem das Pferd zeigt, TA muss man auch dabei sein.
Zum Misten, rechne ich immer 3 Stunden ein. Mache das immer an einem Samstag morgen.
Wenn Heu fertig ist, muss auch gelagert werden usw.
Ok Urlaub mache ich nicht deswegen finde ich das nicht schlimm.
Aber es steckt viel Arbeit dahinter.
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Liebst du den Tod,reitest du Pilotist der Reiter in Not,ist das Pferd von Pilot,von Piloten lernt man fliegen
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28.07.2010, 10:53
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Reitlehrer/in
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Ich miste auf jeden Fall 1 x täglich, aber auch zum Teil nochmal abends zusätzlich, damits am nächsten Morgen nicht so viel Arbeit ist. Für meine 4 brauche ich ca. 1 - 1,5 Stunden zum Misten und Füttern... Alles andere wie putzen, etc. ist dann noch Zugabe.
Mein Schmied würde auch alleine machen, aber ich bin eigentlich immer da und mach halt dann nebenbei Stallarbeit oder so.
Zum TA bin ich auch immer persönlich da, denn das möchte ich schon gerne mitbekommen und informiert werden.
Was auch der Nachteil an eigener Pferdehaltung im Gegensatz zum Pensionsstall ist, ist dass im Pensionsstall meist mehr Betrieb über den ganzen Tag verteilt ist und es doch meist relativ schnell jemand bemerkt, wenn ein Pferd nicht okay ist. Leider kann ich mich im eigenen Stall nicht den ganzen Tag zu den Pferden runterstellen, ich muss ja auch was arbeiten... 
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12.08.2010, 17:21
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Dann will ich auch mal...
Für mich ist das ein riesiger Traum, schon immer. Und mittlerweile hab ich auch den Mann dazu, der den gleichen Traum träumt. Natürlich bin ich realistisch genug um zu wissen, dass das super viel Arbeit ist und keineswegs jeden Tag rosarot aussieht. Aber mit harter Arbeit rund um die Pferde jede Tag, damit hatte ich noch nie ein Problem. Und ich wäre ja auch nicht komplett allein, das ist der Vorteil, wenn es wirklich eine Familienangelegenheit ist.
Die größten Vorteile für mich sind:
- die Nähe zu den Pferden, wenn mal einer was hat, ist man sofort da
- Management kann man nach eigenen Vorstellungen gestalten (Koppelzeiten, misten, füttern, Reitplatz...)
- Ruhe von Stallgezicke, ich habe nämlich mit dem "netten Beisammensein" mehr schlechte als gute Erfahrungen gemacht und bin sowieso eher ein Charakter, der gut für sich sein kann
- es bestünde die Möglichkeit eine Art Mini-Klinik zu integrieren, was beruflich sicher gut wäre (also ein paar wenige, abgetrennte Gastboxen für Dauer-Patienten, bessere Geräte, die nicht transportabel sind...)
Nachteile sehe ich schon auch, wobei ich überzeugt bin, dass die Vorteile bei weitem überwiegen:
- Trainingsmöglichkeiten sind ggf. beschränkt (evtl. keine Halle, nicht mehrere verschiedene Plätze, massig verschiedene Sprünge...)
- man hat selbst mehr Arbeit (oder mehr Kosten, wenn man z.B. fürs Misten jemanden bezahlt oder Heu zukauft...)
- Komfort insgesamt ist ggf. geringer (Solarium, Longierhalle, eben so Sachen, die sich erst ab einer gewissen Größe lohnen)
Bei uns ist momentan der Plan in absehbarer Zeit (so grob 10 Jahre) was eigenes zu finden, wo auch die Pferde Platz haben, ausreichend Weiden am Haus sind und man sich eben den Stall richtig schön zurecht machen kann (um die 10 Boxen, Paddocks dran, direkter Zugang zur Weide).
Und wenn man eben zu dritt oder zu viert ist, dann liegt die Last auf mehreren Schultern sowohl finanziell, als auch was die Arbeit anbelangt.
Auf einen verlotterten Offenstall irgendwo sonstwo in der Pampa oder sowas hätte ich keine Lust. Ich glaube auch nicht, dass die Pferde davon was haben. Und die sollen es schließlich auch schöner haben, als wenn sie im Pensionsstall stehen.
LG Lelie
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04.04.2011, 23:08
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Stalllehrling
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Ich habe mich vor 4,5 Jahren mit den Pferden selbständig gemacht und versorge alle selber. Zuerst hatte ich einen Hof gepachtet, im Winter waren es um die 20 Pferde mit Einstellern. Eine Menge Arbeit und manchmal sehr einsam. Morgens zwei Stunden misten, Mittags wieder misten, abends das gleiche und dazwischen Reiten.
2008 bin ich zu meinem Freund gezogen mit meinen Pferden, mittlerweile hab ich 14 eigene und versorge die alle jeden Tag wieder selber. Sie stehen in einem Offenstall und ich miste morgens ca. 1,5 Stunden, dann noch eine Stunde füttern, weil ich das Heu nass machen muss (heuer machen wir wieder Silo!). Zur Zeit eine Menge Arbeit. Meine Einstellerin musste am Samstag gehen, ich hatte keinen Bock mehr auf das ganze Getue! So schlimm war keine meiner Einsteller zuvor! Und ich bin am Überlegen, ob ich mir sowas noch mal antue. Meine Pferde sind immer draußen, können rein und raus, wann sie wollen, leben in der Herde, ich miste täglich mehrmals aus und sammel auch die Koppeln ab. Heu steht rund um die Uhr zur Verfügung, Wasser sowieso. Für mich sieht so eine gute Pferdehaltung aus. Aber es gibt imme rnoch Leute, die brauchen eine Box und ihr Pferd darf nicht gezwickt werden etc........
Ok, also Eigenregie ist gut, aber ohne Einsteller. Nur manchmal geht´s mir auf den Keks, bei Mistwetter, angefrorenen Misthaufen im Auslauf und wenn ich krank bin. Aber Pferde kennen da nix, gemistet wird immer, und Hunger haben sie auch rund um die Uhr. Dafür geht´s ihnen gut denke ich. Und mir auch, weil ich absolut ausgeglichene und zufriedene Pferde habe, auch unter dem Sattel.
Ich kann allerdings nur allen empfehlen, die diesen Traum haben, dass man sich das ganz gut überlegen sollte - vorher-. Denn das Halten der Pferde in Eigenregie hat auch seine großen Nachteile, die ganz gern mal in den Hintergrund geschoben werden. Und viele sind dann manchmal schlichtweg überfordert und die Tiere müssen drunter leiden.
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04.04.2011, 23:48
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Futterknecht
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Das ist für mich kein Traum, ich wohne auf einem Reithof und habe mein Pferd trotzdem an dem Stall stehen, wo ich seit bestimmt 7 Jahren bin.
Ein Pferd am Haus bedeutet Arbeit, ich muß auch sonntags früß aufstehen, um das Pferd zu füttern. Urlaub wird schwierig , da braucht man jemanden, der die Pferde (allein sollte ein Pferd nicht gehalten werden, deshalb immer mindestens zu zweit) versorgt. Je mehr Pferde desto schwieriger wird es , jemanden zu finden.
Ich denke sowas wie ein Reitplatz ist eine große finanzielle Frage und in der Regel läuft es dann auf ausreiten hinaus, denn nicht jeder hat Lust , aufzuladen und ein Reitlehrer ist nun auch nicht gerade günstiger, wenn der ans Haus kommt.
Was für Vorteile bietet denn so eine Haltung?
OK, ich kann bestimmen was gefüttert wird und wie lange die Pferde rauskommen und wer mit in den Stall kommt, aber das war es dann auch.
Ich finde es doch viel besser zum Reitstall zu fahren und meine Freunde und Miteinsteller zu treffen, am Haus ist das ja alles auf ein Minimum beschränkt und arbeiten muß man ja auch. Dann kommt man kaputt von der Arbeit nach Hause und muß weiterarbeiten. Ok, es ist günstiger aber ich glaube am Ende ist beides gleich teuer.
Für mich wäre es nicht erstrebenswert, ein Pferd am Haus zu halten, es sind eindeutig mehr Nachteile als Vorteile.
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10.04.2011, 17:43
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Stallbursche
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So dann meld ich mich auch mal kurz zu Wort.
Ich habe meine Pferde (3 an der Zahl) auch zuhause stehn. Wir hatten früher eben auch Landwirtschaft und somit auch Platz und die nötigen Gerätschaften (Traktor, Anhänger, Miststreuer, Presse, etc.).
Mir gefällt es so wie es ist. Muss aber auch sagen, dass mir mein Dad sehr unter die Arme greift, er fütter morgens und abends, und wenn ich mal übers WE weg will, dann mistet er und stellt die Dicken auch noch auf die Koppel.
Manchmal, grad im Winter, kotzt mich das aber auch schon mal alles an. Wenn du die Tränken aufbrechen, die gefrorenen Pferdeäpfel vom Paddoch holen musst usw., dann würd ich lieber in einem schönen Pensionsstall stehen.
Oder wenn die Heuernte auf´m Programm steht.
Es ist zwar schön, seine Tiere zuhause zu haben, aber man darf nicht vergessen, wieviel Arbeit, Zeit und auch Geld dadrinnen steckt.
Denn auch die nötigen Gerätschaften müssen erstmal bezahlt werden.
Ich bin mir manchmal nicht so sicher, ob die Pensionshaltung soviel teuerer ist, als wenn ich meine Tiere zuhause hab.
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