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Gelände Alles rund ums Ausreiten, Erfahrungen, Probleme . kommen hier hinein

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  #1  
Alt 06.07.2010, 14:41
Lelie
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Beiträge: n/a
Pfeil Jungspunde und der erste Ausritt

Huhu ihr,
mich würde mal interessieren, wie ihr es mit euren Youngstern haltet oder halten würdet: Wann steht für euch der erste Ausritt auf dem Programm? Welche Vorraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Wie läuft dieses "erste Mal" ab? Vor welchen Situationen habt ihr dabei besonders Angst, worauf achtet ihr besonders?
Schreibt einfach mal, wie ihr die junge Garde an die Welt außerhalb des Reitplatzes heranführt.
LG Lelie
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  #2  
Alt 06.07.2010, 15:18
Benutzerbild von Wunschtraum
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Wunschtraum befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich bin mit der Lütte das erste Mal ins Gelände geritten als in der Halle bzw. auf dem Platz "Lenkung, Gas und Bremse" gut funktioniert haben. Davor waren wir einigen Male spazieren.
Der erste Ausritt war nur eine kleine Runde und nur im Schritt mit einem vermeintlich ruhigem Pferd. Dieses Pferd hat dann aber total rum gesponnen und mein junges Pferd war die Ruhe selbst und hat das ältere Pferd mit gezogen. Da hat sich dann der erste Schreck in großen Stolz verwandelt
So langsam haben wir uns dann an Trab und Galopp gewagt. Dann zusammen mit einem wirklich ruhigem Pferd.

Ich hatte am Anfang eigentlich nur Angst, dass die Maus sich total unsicher fühl und z.B. durchgeht. Aber nach der Aktion mit unserem "Führpferd" war diese Angst total vorbei und es ist bis heute so geblieben. Man kann sich im Gelände wirklich auf sie verlassen.
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Viele Grüße Wunschtraum

"Richtig reiten reicht"
(Paul Stecken)


"Reiten ist mehr als ein Sport. Reiten ist Gefühl und Vertrauen. Reiten ist eine Lebenseinstellung, voller Faszination, Leidenschaft und Sehnsucht."
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Gwenie (11.07.2010)
  #3  
Alt 06.07.2010, 15:40
Benutzerbild von Estrellita
Pferdepflegerazubi
 
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Estrellita befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also,ich erzähl jetzt einfach mal, wie es bei Luna und mir war, das sind keine Tipps, sondern nur die Erfahrung die ich mit Luna gemacht hab, Belehrungen hab ich satt, denn Luna und ich haben unseren Weg gemacht!

Wann steht für euch der erste Ausritt auf dem Programm?
Ich bin mit Luna ziemlich schnell ins Gelände, genauer gesagt am 12.07.09, gut 2 Wochen nachdem ich das erste Mal richtig auf meiner Maus saß... (also ca. das 8. Mal unterm Sattel?)

Welche Vorraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?
Wichtigste ist natürlich die "Bremse" und viel Vetrauen zueinander (was ja beim Anreiten an sich eh sehr viel vorhanden sein sollte), außerdem find ich 1-2 gelassene "Oldies" (oder auch was ruhiges jüngeres) mit vorsichtigen/vorausschauenden Mitreitern als Begleitung wunderbar
Erleichtert hat uns der erste Ausritt wohl, dass ich Luna davor ca. 6 Monate lang 1-2x/Woche als Handpferd im Gelände in allen Gangarten dabei hatte, sie also das Gelände und die Mitreiter kannte...

Wie läuft dieses "erste Mal" ab?
Wir hatten zwei super Mitreiter, an der Straße war einer vor uns und einer hinter uns, danach auf den Feldwegen unterschiedlich, meist war Luna vorne, weil sie einfach ein höheres Grundtempo hat... Wir sind natürlich im Schritt geritten und haben viel geredet, weil ich doch etwas nervös war, im Gegensatz zu Luna
Auf einem schönen Weg sind wir dann ca. 200-300m getrabt (mein Vorschlag) und dann bin ich abgestiegen und hab erstmal geführt, damit meine Mitreiter noch galoppieren und ne länger Runde gehen konnten...
Auf dem Rückweg und auch wieder an der Straße bin ich wieder geritten und war überglücklich...
Luna war brav wie ein Lamm...
Von da an waren wir sehr oft mit anderen im Gelände, auch längere Runden, wobei ich zwischendrin immer viel geführt habe um sie nicht zu überfordern, denn am Anfang hat man schon gemerkt, dass das psychisch müde macht *gähn* *lach*

Vor welchen Situationen habt ihr dabei besonders Angst?
Angst darf man glaub gar nicht erst mitnehmen, sonst wird das mit einem sensiblen Pferd nichts...
Ich war am Anfang nervös und so war es auch Luna ganz wenig, sobald ich mich aber mit meinen Mitreitern unterhalten habe, hab ich gar nicht mehr dran gedacht und auch Luna ist gelassen dahergetrottet
Angst hatte ich nie, denn ich weiß/wusste, dass ich immer absteigen kann und vom Boden aus das volle Vetrauen und sie totale Sicherheit hat...

Worauf achtet ihr besonders?
Natürlich auf korrekte Ausrüstung, v.a. Helm (Weste hatte ich damals noch nicht) und sehr gute Mitreiter und natürlich darauf, nicht gleich zuuu lange zu reiten und in unbekanntes Gelände mit vielen neuen Monstern zu gehen

So, das war das erste Mal mit Luna

Danach bin ich viel mit ins Gelände, aber immer höchstens im Trab, dabei haben wir auch gelernt, im Schritt hinten zu bleiben während die anderen weggaloppieren etc. und so ist aus Luna eigentlich schon eine Art Verlasspferd geworden, wenn man vom Galopp mal absieht
Galoppieren können wir erst seit diesem Jahr ohne "Angst", davor habt ihr es ja teilweise mitbekommen mit diversen Buckelattacken, die aber auch vom vielen im Stall stehen kamen

Heute, gut 1 Jahr später hab ich (für mich) ein Verlasspferd, dass auch alleine in unbekanntes Gelände und überall vorbei geht, super kontrollierbar ist, auch beim Fetzen und mit fremden Pferden keine Anstalten macht...

Vor kurzem im vorübergehenden Stall hab ich eine Stallkollegin auf ihrer jungen Stute als Handpferd mit ins Gelände genommen, auch keine schlechte Idee, wenn man ein braves und sehr gut kontrollierbares Reitpferd hat, allerdings kann man im Notfall als "Führer" auch nicht soooo viel helfen!?
Hat auf jeden Fall super geklappt, im Schritt nebeneinander ne kleine Runde... Luna ist ein Schatz und ich bin ja eh Handpferdeerprobt
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I am only one, but I am one. I cannot do everything, but I still can do something; and because I cannot do everything, I will not refuse to do the something I can do.

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  #4  
Alt 11.07.2010, 23:14
Benutzerbild von Gwenie
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Gwenie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also ich würde rausgehen wenn der Youngster den Reiter oben akzeptiert hat und nicht nur duldet. Wenn man ihn einigermaaen Lenken kann und man sie in de rBanh bremsen kann (ob es draußen funkrioniert ist ja ne andere Sache).

Dann würde ich den ersten Versuch nach der Arbeit machen, also wenn ich schon mit dem Pferdi gearbeitet habe und dazu ein ruhiges Pferd, dass de rYoungster im besten Fall sogar schon kennt.

Je nach Ausreitgelände ist es dann abhängig was gemacht wird.
Meine oberste Priorität: Alles in und mit Ruhe!
Nur dann macht es für Pferd und Reiter einen Sinn!

Ist das Pferd aufgedreht wird nix wildes gemacht. Ist es ruhig wird sich auch an den Trab und später vll mal an den Galopp gewagt.
Vll bleibt es bei den 1.Ausritten einfach auch nur beim Schritt (gibt ja genug zu sehen!)

Alleine würde ich selber nicht mit einem Youngster ausreiten- wäre mir zu heikel. Und da sie sich nur zu gern an andere Pferde hängen nehme ich lieber ein "Zug"pferd mit.

Wichtig für mich ist, bevor ich mit dem PFerd ins Gelände gehe, dass ich mcih drauf sicher fühle und die Kontrolle in de rBahn/auf dem Platz habe. Ist man schon da Beifahrer gehe ich nciht raus!
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lg Gwenie

Einen Schuss Verrücktheit braucht jeder von uns - sonst trifft uns die Normalität mit voller Wucht...
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  #5  
Alt 12.07.2010, 13:37
Benutzerbild von Mürmeli
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Was in meinem alten Stall ganz gut funktioniert hat, war immer nach der Arbeit mal 5 minuten um Block im Schritt zu reiten. Die Hatten da sone art kleinen "park" wo man rumreiten konnte.
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Und ich vermiss dich, weil du Heimat und Zuhause bist, weil bei dir mein Bauchweh aufhört. Manico♥ du fehlst jeden Tag!
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  #6  
Alt 18.07.2010, 13:00
Benutzerbild von Willi07
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Willi07 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also Willi war jetzt auch erst ein paar mal unter dem Reiter, gestern bin ich alleine eine kleine Runde (10 min) im Schritt ausgeritten. Mir wurde gesagt, dass ist für ein junges Pferd einfacher im Gelände geradeaus zu gehen bis es sich an das Reitergewicht gewöhnt hat als auf dem Platz. Ich habe es einfach auf mich zukommen lassen und auch das abbiegen auf die richtigen Wege hat sehr gut geklappt; irgendwie wußte Willi wo ich langwollte, ohne das ich groß was machen musste. Am Stall habe ich ihn mit Stimmkommando angehalten, und er stand. Die Feinheiten üben wir bei der Trainerin in der Halle. Im Gelände geht er auch fleißig vorwärts, was man in der Halle nicht behaupten kann.
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  #7  
Alt 11.08.2010, 22:18
Lelie
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Ich finde, dass junge Pferde so früh wie möglich an die freie Natur herangeführt werden sollten. Meiner Meinung können die Pferde kaum anders als irgendwie bekloppt werden, wenn sie ihr erstes (und wohlmöglich noch zweites) Reitpferdejahr lang nur Halle und Platz sehen.
Deshalb würde ich mit einem jungen Pferd schon früh, vor dem Anreiten spazieren gehen, die Bodenarbeit also ins Gelände verlegen. So lernen sie die Umgebung kennen, bekommen was zu sehen und sind dann später unter dem Reiter nicht mehr so überrascht, dass die Welt nicht nur aus Stall, Halle und Weide besteht.
Bei einem braven Jungpferd und wenn man ein noch viel braveres Reitpferd zur Verfügung hat (mit Helli wäre das gegangen), würde ich auch mal mit Handpferd ausreiten. Aus den gleichen Gründen. Aber da muss man echt sehen, ob das nicht zu gefährlich ist.
Wenn das Pferd dann einigermaßen sicher unter dem Sattel geht, der Reiter also anhalten und halbwegs lenken kann, dann würde ich nach der Arbeit auf dem Platz eine kleine Schrittrunde um den Block drehen. Eine, die das Pferd zu Fuß schon kennt. Mit einem absolut braven, älteren Führpferd davor. Das in kurzen Abständen wiederholen, also vielleicht mal eine Woche lang jeden Tag, damit es für das Pferd zur Routine wird.
So kann man dann ganz langsam die Runde vergrößern und mal ein Stücken traben, später auch galoppieren.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die jungen Pferde sich oft im Gelände wohler fühlen, weil nicht ständig eine Kurve kommt und da z.B. besser galoppieren als in der Halle.
Absolut unabdingbar sind für die ersten Ausritte für mich ein ruhiger Mitreiter mit einem mindestens ebenso ruhigen und abgeklärten Pferd, Zeit, Kappe und Sicherheitsweste. Man weiß schließlich nie, wie die Kleinen reagieren.
Aber ich denke, wenn man sie schrittweise ans Gelände heranführt und es als ganz normal "verkauft", dann gibt es da weniger Probleme als die meisten Leute sich ausmalen.
Mein Pony kannte Gelände schon, als sie viereinhalbjährig zu uns kam und hat auch im fremden Gelände sofort gar keine Probleme gemacht.
Die verrückte Stute, die ich eine Zeit lang geritten hab (selbes Alter), die hat sich auf diese Weise auch ganz gut dran gewöhnt und war (wenigstens in der Gruppe) sehr schnell absolut brav.
LG Lelie
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  #8  
Alt 12.08.2010, 07:17
Benutzerbild von Angie
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Villy kam ja erst 5-jährig zu mir. Vorher war er in der Hengstherde aufgezogen und ein Jahr im Schulbetrieb unterwegs. Als er auf dem Hof einigermaßen zu Hause war und ihm die Abläufe dort vertraut waren, haben wir uns das erste Mal raus in die Große Welt gewagt. Meine Freundin saß drauf und ich hatte die Führkette in der Hand. Obwohl ein weiteres, erfahrenes Pferd dabei war, hat er sich unendlich aufgeregt. So nervös war er eigentlich nie wieder, für ihn war es alleine einfacher. Wir haben uns unendlich viel Zeit gelassen, dass er sich alles anschauen konnte. Weder Rinder noch Pferde haben ihn weiters beunruhigt, er musste sich die Höfe genau anschauen. Besonders angetan hatten es ihm die ICE-Strecke, die paralell zur Galoppstrecke verläuft und die nahe Autobahn (Die findet er heute noch sehr spannend und kann dem Treiben dort stundenlange zuschauen). Immer wieder war er nach seinen Stallkumpels am Brüllen weil er ja bisher immer im 12-er Paket Schulpferde unterwegs war. Die Führleine brauchten wir eigentlich nur ein Mal auf dem Heimweg, der große Findlingsstein an der Grundstücksgrenze meines damaligen Hofs hatte ihm Angst gemacht. Mit viel Geduld und einem Leckerli (das einzigste) auf dem Findling wurde dieses Problem gelöst. Als er begriffen hatte, dass er nach einem Ausritt immer wieder zurück zum Stall darf, war eigentlich alles in Ordnung und er ging gerne raus. Für einen Brüller nach seinen Kumpels ist er allerdings auch heute noch gut, egal wieviel Pferde mit ihm unterwegs sind.
Liebe Grüße
Angie
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  #9  
Alt 13.08.2010, 17:13
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Ich bin seit ich Willi habe (da war er 8 Monate alt) mehr oder minder regelmäßig spazieren gegangen. Alleine. Für ihn ist es total normal alleine vom Stall wegzugehen und auch die normalen Dinge, die einem draußen begegnen sind keine Ungeheur. Fahrräder, Hunde, Mülltonnen, LKWs, Traktoren, Folien, Wildtiere....die maximale Regung ist ein Blick in die Richtung und gespitze Ohren. Wenn ein Pferd eben 3 Jahre nur die Weide sieht kennt es das alles noch nicht. Außer dem Reiter auf dem Rücken ist auch alles andere neu. Ich bin der Meinung, wenn das Pferd schon von klein auf die Erfahrung "Natur und Umwelt erleben" haben durfte hat das Pferd es später unter dem Reiter um ein Vielfaches einfacher. Und das hat auch nichts mit Kinderarbeit zu tun.
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Baccara (13.08.2010), Wunschtraum (13.08.2010)
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