Bei uns im Stall haben die Pferdebesitzer die Wahl zwischen Heulage oder Heu (beides aus eigenem Anbau) und Stroh (zugekauft) oder Holzspänen (von Peerspan). Heu und Späne kosten extra.
Unsere Pferde stehen auf Stroh und ich würde es nie anders haben wollen. Die Pferde haben immer was zu knabbern (meine Helli mischt z.B. auch gerne etwas Stroh unter die Silage), liegen bequem (nicht zu vergleichen z.B. mit Strohpellets) und bei guter Qualität ist Stroh auch aus gesundheitlichen Gründen (Staub, Schimmelpilze...) völlig unbedenklich. Problematisch wird es nur, wenn die Pferde zu wenig Heu/Silage bekommen und sich dann den Bauch unverhältnismäßig mit Stroh vollschlagen, was zu Verstopfungskoliken führen kann. Gerade wenn die Pferde viel Saftfutter (auch Gras) bekommen, kann es sehr günstig sein zusätzlich noch Stroh zu geben, damit sie keinen Durchfall bekommen. Deshalb würde ich es bevorzugen, wenn es bei uns im Sommer auch für die Pferde, die rund um die Uhr draußen sind, Stroh geben würde. Leider gibts das aber nicht.
Zusätzlich bekommen unsere Pferde zweimal täglich (im Winter) Grassilage. Sie haben damit bisher nie Probleme gehabt und aufgrund der geringeren Staubbelastung ist es auch gesundheitlich günstig. Hier in Leipzig gab es nur Heu, das hat Helli auch einwandfrei vertragen. Wichtig ist nur, dass die Umstellung (gerade von Heu zu Silage) schrittweise erfolgt, sodass sich die Darmflora langsam anpassen kann. Beachtet man das nicht, kommt es zu Fehlfermentationen, die sich dann als Durchfall oder Gasbildung äußern können.
Ich würde Silage bevorzugen, wenn die Qualität stimmt. Allerdings ist bei unsorgfältiger Verarbeitung natürlich ein hohes Risiko gegeben (Botulismus, Schimmel...). Heu ist da etwas unbedenklicher, weil es durch seinen geringeren Wasseranteil weniger leicht schimmelt.
Die Mengen kann ich schlecht in Kilo abschätzen. Das hängt ja auch immer vom Appetit der Pferde ab. Sie bekommen eben reichlich Stroh und morgens und abends einen ordentlichen Berg/Arm voll Silage.
Bei Pünktchen ist es etwas anders. Er steht im Sommer ganz draußen und bekommt gar kein Rauhfutter (außer wenn das Gras irgendwann nicht mehr reicht).
Im Winter ist der Laufstall mit Stroh eingestreut (von dem sie aber wenig fressen) und die Gruppe hat Heu aus eigener Herstellung zur freien Verfügung.
Zitat:
Zitat von Zhofi
Wirkt Stroh nicht auch generell sättigender als Heu und wird somit auch bei leichtfuttrigen Pferden schneller gefüttert?
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Stroh enthält weniger für das Pferd umsetzbare Energie und damit mehr "Ballast". Dadurch setzen die Pferde bei Strohfütterung weniger Fett an (haben aber auch weniger Energie z.B. für Muskelarbeit) als bei Heufütterung. Dünner aussehen müssen sie deshalb aber nicht, weil der Verdauungstrakt natürlich trotzdem gut gefüllt ist. Nur das Pferd hat eben weniger davon.
Da Pferde fressen, bis sie wirklich satt sind, ist es also günstiger, wenigstens etwas Heu zu füttern, damit die Pferde nicht Stroh fressen bis zum Umfallen und dann eine Kolik bekommen.
LG Lelie