Das sind tatsächlich ziemlich umfangreiche Fragen. Ich versuchs trotzdem mal so einigermaßen zu beantworten, kann dir aber wie Zhofi auch nur Bd. 4 der Richtlinien empfehlen.
Heu ist langes, geschnittenes Gras, dass über mehrere Tage immer wieder gewendet und komplett getrocknet und erst dann in Ballen eingebunden wird.
Grassilage (Maissilage ist das, was Kühe oft bekommen, gibt man Pferden eigentlich nicht) wird genauso gemäht wie Heu, muss dann aber etwas kürzer trocknen und wird noch leicht feucht zu großen Rundballen gewickelt (Heu gibts auch in kleinen Ballen), die außenrum nochmal eine Plastikfolie bekommen. Dadurch fängt das leicht feuchte Gras ein bisschen an zu gären, was Silage so einen etwas süßlichen Geruch gibt.
Für den Bauern gibt es bei beidem Vor- und Nachteile. Heu wird in der Regel von allen Pferden gut vertragen, kann aber stauben und muss dann angefeuchtet werden. Silage kann in seltenen Fällen (eigentlich meist nur bei nicht so guter Qualität) zu Verdauungsproblemen wie Durchfall führen. Allerdings ist Silage eben feuchter und deshalb für Stauballergiker eine gute Sache.
Silage gibt es nur in großen Ballen, da die Gärung sonst nicht funktioniert. Diese Ballen müssen allerdings innerhalb von wenigen Tagen verfüttert werden, wenn die Folie einmal ab ist. Deshalb ist Silage nur für größere Betriebe geeignet.
Ein Risiko bei Silage liegt noch darin, dass in den Ballen eingewickelte tote Tiere (die auf der Wiese lagen und beim Mähen nicht bemerkt wurden) Krankheitskeime abgeben können und es dann durch die Silage zu einer Botulismusinfektion kommen kann. Diese Krankheit verläuft in der Regel über kurz oder lang tödlich und ist bisher nicht behandelbar.
Vorteil der Plastikfolienverpackung von Silage ist noch, dass sie im Freien gelagert werden kann. Heu würde durch den Regen unweigerlich verschimmeln.
Mash ist ein Mischfutter, was mit heißem Wasser angerührt wird und dann quellen muss. Es besteht in der Regel hauptsächlich aus Hafer, Kleie und Leinsamen und wird als Aufbaufutter z.B. nach Koliken, bei abgemagerten Pferden oder bei älteren Pferden mit schlechten Zähnen gefüttert. Es ist leicht verdaulich und wird von den meisten Pferden sehr gerne gefressen.
Trotzdem sollte man es außer in Ausnahmefällen nicht öfter als alle zwei bis drei Tage verfüttern.
Was enthält Müsli? Diese Frage ist so einfach nicht zu beantworten, da es unzählige verschiedene Müslisorten gibt. Es gibt besonders energiereiches Müsli für Sportpferde, leicht zu kauendes und leicht verdauliches für alte Pferde, eiweiß- und mineralstoffreiches Futter für Fohlen, Zuchtstuten und Deckhengste, kalorienreduziertes Müsli für Pferde, die leicht zu dick werden, Müsli, dass bei Ekzemern die allergischen Reaktionen verringern soll und Kräutermüslis für atemwegskranke Pferde, um mal nur ein paar Beispiele zu nennen.
Hauptbestandteil sind verschiedene Getreidesorten (z.B. Hafer, Gerste und Mais), getrocknete Möhren, Äpfel usw. und oft verschiedene Pelletsorten. In der Regel sind Müslis mineralisiert, sodass man weniger oder kein Mineralfutter füttern muss, wenn man Müsli zufüttert.
Wie viel Futter ein Pferd braucht, hängt von der Größe und dem Gewicht, dem Alter und seiner Leistung ab. Ein Hochleistungsspringpferd oder eine Zuchtstute im letzten Trächtigkeitsmonat braucht natürlich mehr Futter als ein kleines Pony, dass den ganzen Tag nur rumsteht.
Am besten macht man für jedes Pferd eine genaue Rationsberechnung, z.B.
hier.
Trotzdem gibt es ein paar Faustregeln. Pro 100 kg Lebendgewicht sollte ein Pferd mindestens 1 kg Heu pro Tag bekommen. Bei Silage muss es etwas mehr sein, da die ja mehr Wasser und deshalb weniger verwertbare Inhaltsstoffe enthält.
Kraftfutter sollten Pferde nicht mehr als 1 kg pro Tag und 100 kg bekommen. Viele "normale" Reitpferde brauchen allerdings gar kein oder viel weniger Kraftfutter.
Wenn du noch Fragen hast, schreib einfach. Ist immer leichter auf konkrete Fragen zu antworten, als so drauflos ins Blaue hinein zu erklären.
LG Lelie