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  #1  
Alt 27.01.2010, 12:49
Benutzerbild von Skydancer
Reitlehrer/in
 
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Skydancer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Einmal Züchter - immer Züchter?

Ich habe es ja gemacht.
Ich habe mir aus meiner Stute ein Fohlen gezogen.
Für den Eigenbedarf. Wie viele andere in Deutschland auch...
Und würde es jederzeit wieder tun, wenn ich eine gute Stute habe/hätte. Zucht ist Sucht... Da wird es auch nicht nur mir so gehen!

Ich möchte die Zucht auf langfristige Sicht ausbauen und in einigen Jahren vielleicht 2 oder 3 Zuchtstuten haben...
Allerdings nicht mehr aus dem Grund "ein Fohlen aus MEINER Stute" sondern mit dem Ziel gute Pferde (auch zur Vermarktung) zu züchten. Für den Sport.
Es ist spannend den Genpool eines Pferdes ganz genau zu erforschen und das Beste aus dem "Blut" rauszuholen.
Stundenlang zu forschen "wer ist der Beste Hengst für diese Stute?!", "Wo hat die Stute welche Eigenschaft her und wie könnte sich das weitervererben?!"
Hoffen und Bangen... Warten und Träumen und versuchen das "ideale Pferd" zu züchten. Mit Potenzial UND Charakter.
Das ideale Pferd gibt es nicht, aber man muss es anstreben, nur so kann Zuchtfortschritt eintreten.
Zucht heißt in Generationen zu denken und zu versuchen die Beste Anpaarung unter Berücksichtigung aller Faktoren zu wählen... Das ist mein Bestreben.

Wie ist das bei euch mit der Zucht?
Habt ihr schon mal einen Zuchtversuch gestartet und wie ging es nachher weiter? Aus welchen Beweggründen habt ihr ein Fohlen gezogen? Ist die Züchterei eure Welt?
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  #2  
Alt 27.01.2010, 16:23
Benutzerbild von Zhofi
Pferdepfleger
 
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Zhofi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich habe ebenfalls aus meiner Stute ein Fohlen für den Eigenbedarf gezogen. Nochmal? Nur wenn ich selbst wieder Bedarf hätte, oder meine Stute wegen irgendwas unreitbar wäre.
Pferde zur Vermarktung könnte ich nicht züchten. Dafür bin ich zu emotional. Ich würde an jedem Einzelnen hängen und könnte mich dann doch nicht dazu durchringen, es zu verkaufen.

Für den Eigenbedarf: Ja, Zur Vermarktung: Nein
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  #3  
Alt 27.01.2010, 20:03
Benutzerbild von Angie
Moderator
 
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Ort: Mannheim
Beiträge: 740
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Angie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bei Villy komm ich nicht in die Verlegenheit zu züchten, lach.
Aber ich hatte ja auch mal meine Jaxi. Ich liebte sie heiß und innig und hab hin und her überlegt, ob wir nicht doch....? Am Ende hab ich mich dann gegen ihre gute Trakehner-Abstammung entschieden. In unserer Gegend gibt es wenig gute Fohlenaufzuchtweiden und zu der Zeit, als ich mit Jaxi unterwegs war, hat Marbach leider keine Fremdfohlen aufgezogen. Interieurmäßig war Jaxi recht verdorben und wir hatten Bedenken, dass sie ihre negative Einstellung zur Menschheit ans Fohlen weitergegeben hätte. Die Kosten für einen guten Hengst und für die Aufzucht wäre auch nicht günstiger gewesen, als Villy´s Kaufpreis. Leider hab ich auch in meinem Bekanntenkreis erlebt, dass ein selbst gezogenes Fohlen von einem sehr teuren Vererber kurz vor dem Anreiten eingeschläftert werden musste wegen eines Weideunfalls.
Liebe Grüße
Angie
__________________
...denn das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde!
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  #4  
Alt 27.01.2010, 20:25
Lelie
Gast
 
Beiträge: n/a
Ich habe letzten Winter ernsthaft überlegt, ob wir Helli decken lassen sollten. Für den Eigenbedarf ein Fohlen aus einer Stute zu ziehen, die man mit all ihren Marotten kennt und die dazu eine gute Abstammung hat, genau geeignet für den Einsatz, den man will, fand ich sehr passend. Klar, es kann auch immer was schiefgehen aber "better the devil you know than the devil you don't", finde ich.
Die Hengstsuche hat mir viel Spaß gemacht, überhaupt finde ich es sehr interessant bis in die x-te Generation nachzuforschen, was man da denn eigentlich vor sich hat.
Leider hat uns Hellis Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Biopsie der Gebärmutterschleimhat war nicht gut genug um das Risiko einzugehen sie decken zu lassen.
Wenn ich denn jemals wieder eine geeignete Stute haben sollte, würde ich auf jeden Fall gerne für den Eigenbedarf züchten. Ein Fohlen zu verkaufen, auch wenn es in gute Hände geht, dass von der eigenen Stute (ich hätte ja keine Herde von 20 Viechern, die eh auf der Wiese rumstehen und zu denen man nicht sooo den engen Bezug hat) kommt und das man ganz von Anfang an auf seinem Lebensweg begleitet hat, das könnte ich nicht.
Momentan verfolge ich also nur aufmerksam, was sich in der Zuchtwelt so abspielt und warte, bis irgendwann die Zeit kommt, wo ich vielleicht auch nochmal aktiv "eingreifen" kann.
LG Lelie
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  #5  
Alt 28.01.2010, 16:13
Futterknecht
 
Registriert seit: 21.01.2010
Ort: Norddeutschland
Beiträge: 109
Abgegebene Danke: 49
Erhielt 41 Danke für 19 Beiträge
Pusteblume befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Es ist ein sehr interessanter Bericht in der neuen Züchterforums Zeitung

Wohin geht die Reise?

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Bedarf an Hengsten sich im Gegensatz zu vor zehn Jahren deutlich minimiert hat. Das hat zur Folge gehabt, dass sich einige Hengstlinien explosionsartig entwickelt haben, andere dafür kurz vor dem Aussterben sind. Der Mangel an Nachfrage auf dem Hengstmarkt wirkt sich zwangsläufig natürlich auch auf die Preise aus.
Ein Umdenken findet statt viele Hengststationen gehen Partnerschaften ein und schon lange sind Hengste nicht mehr Eigentum eines Einzelnen sondern es bilden sich immer mehr Besitzergemeinschaften. Große Privatstationen gibt es in Deutschland inzwischen kaum mehr als ein Dutzend. Man meint sogar, dass eine neue Ära der Landgestüte anbrechen wird. Aber auch hier läuft nichts mehr ohne das Anpachten von Hengsten und sogenannten Partnerschaften oder Besitzgemeinschaften. Die Zeiten als die Landgestüte noch das Vorrecht auf Hengste hatten ist schon lange vorbei.

Was wird das für Folgen haben wenn Verbände nicht mehr mit den riesigen Summen bei Körversteigerungen rechnen können? Eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Aber was bedeutet das für uns Züchter?

Anzumerken ist, dass diese Entwicklung Auswirkungen auf jeden noch so kleinen Züchterstall hat, denn zwangsläufig wird aus dieser Entwicklung der Hengstfohlenmarkt am meisten darunter leiden.

Zum Glück haben wir noch den Reitpferdemarkt. Dieser läuft nach wie vor und wie geschrieben wird boomt er sogar. Die Reitpferdeauktionen liefen gut bis sehr gut. Profitieren werden gute Ausbildungställe und Ausbilder die Jungpferde erfolgreich Formen und entwickeln.

Kurzum:

" Und natürlich der Züchter, der entsprechende Pferde diesen Alters noch sein Eigen nennt und anzibieten hat. Auch die züchterischen Schwerpunkte werden sich mit dieser Entwicklung verändern: Wenn Fohlen schwer zu vermarkten sind, wird nicht spektakuläres Bewegungspotenzial oberstes Ziel sein, sondern Rittigkeit und Handelbarkeit werden vermehrt in den Fokus rücken. -zweifelsohne eine Begrüßenswerte Tendenz.

Ergänzend ist noch zu sagen, dass in dieser Zeitung ein Ranking mit den Züchtern der 50 erfolgreichsten Spring-, Dressur-, Vielseitigkeit- und Fahrpferden ist. Da ist nicht ein Name dabei der mir jetzt sofort ins Gesicht springt, der mir jetzt aus dem züchterischen schon ein Begriff ist.

Geändert von - Nur für Mitglieder -
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Skydancer (28.01.2010)
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