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21.07.2010, 20:13
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Pferdepflegerazubi
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Klonen von Toppferden
Zum Beispiel hier zu lesen.
Was haltet ihr davon? Wird dieses "Phänomen" in der Zukunft verstärkt auftreten durch das Voranschreiten der Wissenschaft oder ist es eher eine kurzzeitige Erscheinung?
Habt ihr ethische Bedenken beim Klonen von Tieren?
Haltet ihr das alles für widernatürlich und lehnt es ab oder heißt ihr den wissenschaftlichen Fortschritt heutzutage gut?
Mich interessiert eure Meinung 
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22.07.2010, 07:17
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Moderator
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mich persönlich gruselt es vor dieser Erneuerung, denn hier lehnt sich der Mensch viel zu weit aus dem Fenster und spielt Gott und ich glaube nicht, daß das lange gut geht. Diese Manipulation sollte untersagt werden.
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LG Mueffy
Dressur Harmonie zwischen Reiter und Pferd
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22.07.2010, 08:12
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Administrator
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Sehe ich auch so.
Zudem: wenn man solche Toppferde klont- wo bleibt dann der Reiz des Turniersports?
Dann haben irgendwann alle Reiter einen Tortillas oder Rembrandt unterm Sattel und es gibt nicht mehr die Vielfalt an Pferdetypen.
Die Wissenschaft hat noch lange nicht alle Gene und deren Auswirkungen erforscht, wollen aber sowas machen- das kann einfach nicht gut sein.
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lg Gwenie
Leben heißt, mehr Träume zu haben, als die Realität zerstören kann
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22.07.2010, 10:25
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Moderator
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Es gibt irgend wo einen Klon von Hugo Simons ET. Das Pferd sollte schon längst im reitbaren Alter sein und es taucht im Sport nirgends auf. Offensichtlich ist die Klonerei wohl doch nicht der Bringer. Das Klon-Schaf Dolly litt schon recht früh unter Arthrose und wurde meines Wissens nicht alt. Man sollte der Natur einfach nicht ins Handwerk pfuschen.
Liebe Grüße
Angie
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...  denn das größte Glück der Pferde ist ein Reiter auf der Erde!
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22.07.2010, 10:38
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Moderator
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22.07.2010, 11:14
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Pferdepfleger
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Ich glaube, dass ein Hauptproblem des Klonens das weit verbreitete Unwissen darüber ist.
Ein Klon wird niemals genau so werden wie das Spendertier, denn nur ein Teil der Merkmale ist genetisch bedingt (selbst die Fellfarbe ist z.B. bei Klonen nicht immer genauso wie beim Spender, deshalb sind Projekte in Amerika heißgeliebt, verstorbene Katzen zu klonen grandios gescheitert). Gerade bei Sportpferden ist der Effekt der Aufzucht und Ausbildung weitaus größer, als der der reinen Gene. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn Klone nicht genauso toll werden wie ihre "Eltern".
Wie Angie schon geschrieben hat, altern Klone auch schneller, was damit zusammenhängt, dass die DNA (also die Erbinformation) bei jeder Zellteilung ein bisschen verkürzt wird. Zwar gibt es Schutzmechanismen, aber über kurz oder lang verkürzt sich die DNA soweit, dass Informationen (und nicht nur Bereiche, die nur als "Puffer" da sind) verloren gehen. Dann altert die Zelle und wenn das überall passiert, altert das Tier. In Ei- und Samenzellen wird dieses Problem umgangen, aber das Klon bekommt ja die DNA einer "gebrauchten" Körperzelle und ist deshalb genetisch bei der Geburt schon so alt wie sein Spendertier bei der Entnahme der Zelle.
Deshalb halte ich das Klonen von Tieren um sie im Sport einzusetzen für ziemlich überflüssig und unwirtschaftlich. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Klonen keine Weiterentwicklung ist. In der Zucht entwickelt man die Tiere mit jeder Generation in eine bestimmte Richtung (auch das kann man übrigens schon Gott spielen nennen, wenn man will...). Klonen ist nur eine Vermehrung von etwas, was es schon gibt, also keine Weiterentwicklung.
Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen ich klonen nicht vollständig ablehne, wie z.B. im Fall von Poetin. Ihr wurden kurz vor ihrem Tod (durch eine Hufrehe) Zellen entnomen und daraus Klone erstellt um diese dann in der Zucht einzusetzen. Es geht nicht darum diese Pferde im Sport einzusetzen sondern eine Stute, die vom Besitzer als Zuchtstute gekauft wurde und durch unglückliche Umstände und völlige Überlastung durch den Vorbesitzer gestorben ist quasi als Zuchtstute weiterleben zu lassen. Dieses Jahr ist übrigens das erste Fohlen eines Poetin-Klons geboren worden (per Embryotransfer, damit die wertvolle Klonstute nicht belastet wird).
Auch das kann man sicher kritisch sehen, aber ich finde das noch wesentlich eher zu rechtfertigen, als irgendwelche Freaks (ET z.B. zeichnete sich wohl wesentlich mehr durch seinen Charakter als durch seine genetischen Anlagen aus) zu klonen um sie wohlmöglich im Sport einzusetzen.
LG Lelie
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"Life is what happens, while you are busy making other plans."
(John Lennon)
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23.07.2010, 22:29
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Longierlehrling
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Ich stehe dem Thema Klonen sehr gespalten gegenüber.
Ich befürworte es nicht, lehne es aber auch nicht kategorisch ab.
Zum einen ist es eine wissenschaftliche Wahnsinnsleistung aus einem "Klumpen" DNA ein genetisch identisches Lebenwesen zu erschaffen, andererseits wiederstrebt mir der Gedanke, dass der Mensch durch dieses Unterfangen Gott spielt und sich im Prinzip mit der Natur duelliert.
Das Klonen kann zweifelsfrei auch in der medizinischen Forschung zu neuen Erkenntnissen beitragen, allerdings bin ich der Meinung, dass es schlichtweg sinnlos ist ein Topppferd zu Klonen. Nicht nur ethisch verwerflich sondern einfach sinnlos.
Nicht nur die DNA machen ein 0815 Pferd zum Spitzenpferd, sondern viele Faktoren spielen eine extrem große Rolle ohne die es nicht geht:
- Die Erziehung der Mutter (als Fohlen)
- Die Erfahrungen mit dem Menschen (im Fohlenalter und auch später)
- Die Haltungsbedingungen und die Aufzucht
- Die Ausbildung und Talentförderung eines Pferdes
- Die körperliche Konstitution (auch resultierend aus guter oder schlechter Aufzucht)
- Nicht zu vergessen der Reiter (auch ein Spitzenpferd macht`s nicht alleine und nicht unter jedem Reiter)
- Und am allerwichtigsten: Eine gehörige Portion Glück
Im "kleinen Rahmen" zum experimentellen Zwecken denke ich muss man in unserem Zeitalter die geschehenen Klonversuche akzeptieren (ob man will oder nicht) und erst einmal die "Langzeit-Analyse" abwarten, bevor man Aussagen über z.B. die Lebenserwartung treffen kann.
Für mich ist ein Klon Umgangssprachlich mehr wie ein "Zwilling" des Ausgangsprodukts als eine "Kopie", den die Klonversuche haben ja gezeigt, dass ich einfach nicht möglich ist ein vollidentisches Wesen zu Schaffen (Farbe, etc.) deswegen kann man vom Klon auch nicht die gleichen Ausnahmetalente erwarten wie vom "Spender".
Ich hoffe, dass es tunlichst unterbunden wird, dass das Klonen "in Serie" geht und uns allen auf der Welt verboten wird geliebte verstorbene Haustiere, etc. einfach in einer neuen Kollektion aller XY II neu zu erschaffen!
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23.07.2010, 22:45
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Longierlehrling
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Zitat:
Zitat von Lelie
Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen ich klonen nicht vollständig ablehne, wie z.B. im Fall von Poetin. Ihr wurden kurz vor ihrem Tod (durch eine Hufrehe) Zellen entnomen und daraus Klone erstellt um diese dann in der Zucht einzusetzen. Es geht nicht darum diese Pferde im Sport einzusetzen sondern eine Stute, die vom Besitzer als Zuchtstute gekauft wurde und durch unglückliche Umstände und völlige Überlastung durch den Vorbesitzer gestorben ist quasi als Zuchtstute weiterleben zu lassen. Dieses Jahr ist übrigens das erste Fohlen eines Poetin-Klons geboren worden (per Embryotransfer, damit die wertvolle Klonstute nicht belastet wird).
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Was macht das für einen Unterschied? Für mich keinen.
Es ist doch egal ob es sich um ein Sportpferd oder ein Zuchtpferd handelt. Ich finde es bei einem Zuchtpferd fast bedenklicher, denn der Klon wird einfach wie beim Kuchen backen ganz bunt mit natürlichen Genen vermischt und was kommt raus? Ein toller Gen-Cocktail den noch keiner Abschätzen kann. (Risiken und Nebenwirkungen? - Fragen Sie ihren Arzt oder Apothekter?!)
Außerdem ist es mir nicht verständlich was es ändert ob der Tod der Stute vom Besitzer verschuldet wurde oder nicht. Das Pferd ist unweigerlich tot und man hat Geld spielen lassen um einen genetischen Zwilling zu erschaffen, weil man Gott spielen will und diese Kunst-DNA munter vermehren möchte. (Das war ja schlicht und einfach das Ziel mit dem Klon weiterzuzüchten.)
Ich finde das bedenklich, weil es verfälschende Ausmaße in der ganzen Sportpferdezucht auslösen kann und wahrscheinlich nicht gerade zu gewünschter Härte beiträgt... (Wenn der Klon schon "empfindlicher" ist als das Original?! - Dann auch noch mit der Schwäche weiterzüchten?) Hoffentlich müssen die Leute dann ihre Pferde nicht über Nacht zum Wiederaufladen an die Steckdose hängen... (Okay, mal ganz überspitzt gesagt.)
Klar muss die Klon-Poetin geschont werden... Damit man sie noch jahrelang munter ihrer (geschätzt) wertvollen DNS berauben kann. Das Klon-Pferd fungiert doch nur als "Melkkuh" deren einzige Lebensberechtigung die wertvollen Gene der verstorbenen Original-Poetin sind. Das finde ich schon ethisch grenzwertig.
Ich hoffe die Zuchtverbände stellen sich im weitesten Sinne gegen das Klonen, denn ich finde sowas gehört wenn schon in verantwortungsbewusste Forscherhände und sollte nicht beim Normalverbraucher salonfähig gemacht werden.
Auch die Sache mit dem Embryotransfer sehe ich eher kritisch. Wo Nutzen vermutet wird gibts auch immer Schaden... Ich glaube das wird noch sehr ausarten...
Bitte versteht mich nicht falsch, hierbei handelt es sich alleine um meine persönliche Meinung zu dem Thema die keiner teilen muss.
Geändert von Skydancer (23.07.2010 um 22:49 Uhr)
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24.07.2010, 07:49
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Administrator
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@sky: ich teile deine Meinung!
Grade beim Embrotransfer gibt es ja schon "dunkle" Geschäfte.
Der Mensch denkt einfach nicht so drüber nach, was es für Auswirkungen haben könnte bzw WILL gar nicht so drüber nachdenken.
Das Klonschaf hat es ja schongezeigt. Und wenn man jetzt auch ncoh anfängt mit den Klonen (egal ob Hengst ode rStute) zu züchten..... DIE Auswirkungen kann KEINER vorraussehen oder erahnen.
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lg Gwenie
Leben heißt, mehr Träume zu haben, als die Realität zerstören kann
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24.07.2010, 15:33
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Pferdepfleger
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Die Gene eines geklonten Pferdes sind nicht weniger natürlich als die eines normalen Pferdes, das ist ja gerade der Witz.
Und wenn ich züchte, dann geht es mir einzig und allein darum, dass die Gene der Stute/des Hengstes in die nächste Generation übergehen. Nicht mehr und nicht weniger macht man doch, wenn man zwei Pferde aneinander anpaart.
Ob das Erbgut dann von einem geklonten Pferd kommt oder nicht, ist doch schnuppe.
Von einem Sportpferd hingegen erwarte ich körperliche Leistung (also Belastung des Körpers und damit Alterung seiner Zellen) über einen längeren Zeitraum. Das ist eine andere Anforderung die eben von "gebrauchtem" Erbgut weniger gut erfüllt werden kann. Ich könnte das jetzt im Detail erklären, warum das in Körperzellen einen Unterschied macht, in Geschlechtszellen (also in diesem Fall Eizellen) aber nicht, weiß aber nicht, ob das hier jemanden so genau interessiert und will hier nicht umsonst Fachchinesisch ablassen.
Und ich finde sehr wohl, dass es etwas ändert, ob die Stute einfach so eines natürlichen Todes gestorben ist oder ob der Käufer über den Gesundheitszustand förmlich betrogen wurde. Bei einem Pferd, dass einzig und allein für die Zucht eingesetzt werden sollte. Da holt er sich doch nur zurück, was ihm durch tierquälerisches Handeln des Vorbesitzers verloren gegangen ist.
Embryotransfer ist wieder ein anderes Thema und dient eben dazu besonders wertvolle Stuten bestmöglich zu nutzen. Ich seh ein, dass man das sehr gespalten sehen kann, denn einerseits fällt die Prägung durch die biologische Mutter flach und andererseits sind diese ganzen Hormonbehandlungen auch kein Spaß.
Klonen ist etwas, dass man sicher sehr, sehr kritisch sehen kann, aber man sollte auch hier (hatten wir das nicht schon irgendwo mal...) versuchen sich seine Meinung aufgrund vernünftiger Fakten zu bilden und nicht einfach mit der Meute mitschreien "das ist böse" oder "das ist toll".
Und auch wenn der eine oder die andere meine Beiträge so deuten mag, bin auch ich kein Fan von alledem.
LG Lelie
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