Ich reite immer mit Kappe und fühle mich richtig nackt, wenn ich sie mal vergesse, sodass es mir bisher immer aufgefallen ist, bevor ich aufgestiegen bin.
Als Kind wurde ich logischerweise von meinen Eltern dazu angehalten eine Kappe zu tragen und dadurch ist es für mich so normal geworden, dass es für mich einfach dazu gehört. Außerdem hab ich nur diesen einen Kopf und ohne den lebt es sich einfach echt schlecht. Man kann sich Arme, Beine und Rippen problemlos brechen, aber wenn man mal blöd auf den Kopf fällt, irgendwo gegenknallt oder bei einem Sturz getreten wird, ists einfach richtig kritisch.
Deshalb finde ich es auch überhaupt nicht "cool" sondern einfach nur dumm, wenn Leute ohne Kappe reiten. Jeder noch so sattelfeste Reiter kann mal runterfallen und auch das bravste Pferd kann sich unvermittelt erschrecken. So Begründungen wie "der ist immer ganz lieb" oder "war ja nur ganz kurz" oder "ich kann das schon einschätzen" sind einfach nur leichtsinnig und gefährlich.
Ich finde es auch schlecht, das viele Erwachsene einfach nicht als Vorbilder zu gebrauchen sind. Ich hab als Kind immer gedacht, Erwachsene reiten nie mit Kappe. Es erschien mir, als gehöre es quasi zum Erwachsensein, dass man dann automatisch ohne Kappe reitet. Dabei sollte so mancher steifer, älterer Wiedereinsteiger wohl noch dringender mit Kappe reiten.
Ich besitze mittlerweile zwei Reitkappen. Einen Vielseitigkeitshelm mit dunkelblauem, wechselbarem Überzug, der im Alltagsgebrauch zum Einsatz kommt. Er hat den Vorteil, dass man den Überzug abnehmen und gut trocknen kann, wenn er mal Regen abgekriegt hat. Wenn er außerdem kaputt geht (z.B. weil man an einem Ast hängen geblieben ist), kann man einfach für ein paar Euro einen neuen kaufen und braucht nicht gleich einen neuen Helm.
Seit ein paar Jahren habe ich zusätzlich fürs Turnier und für besondere Anlässe (Lehrgänge...) einen
Helm von Eurolite in schwarz. Der ist ein bisschen weniger "klobig" und wirkt dadurch etwas eleganter.
Mit beiden Kappen bin ich sehr zufrieden. Natürlich schwitzt man mehr drunter, als wenn man keine tragen würde, aber das ist mir eine heiler Kopf wert.
Ich achte drauf, dass der Helm den gängigen Normen entspricht und somit sicher ist. Allerdings gebe ich keine 300 oder 400 Euro für einen GPA-Helm aus, den ich nach einem heftigen Sturz genauso ersetzen müsste wie jeden anderen Helm. Dafür bin ich nicht reich genug...
LG Lelie