Die Gene eines geklonten Pferdes sind nicht weniger natürlich als die eines normalen Pferdes, das ist ja gerade der Witz.
Und wenn ich züchte, dann geht es mir einzig und allein darum, dass die Gene der Stute/des Hengstes in die nächste Generation übergehen. Nicht mehr und nicht weniger macht man doch, wenn man zwei Pferde aneinander anpaart.
Ob das Erbgut dann von einem geklonten Pferd kommt oder nicht, ist doch schnuppe.
Von einem Sportpferd hingegen erwarte ich körperliche Leistung (also Belastung des Körpers und damit Alterung seiner Zellen) über einen längeren Zeitraum. Das ist eine andere Anforderung die eben von "gebrauchtem" Erbgut weniger gut erfüllt werden kann. Ich könnte das jetzt im Detail erklären, warum das in Körperzellen einen Unterschied macht, in Geschlechtszellen (also in diesem Fall Eizellen) aber nicht, weiß aber nicht, ob das hier jemanden so genau interessiert und will hier nicht umsonst Fachchinesisch ablassen.
Und ich finde sehr wohl, dass es etwas ändert, ob die Stute einfach so eines natürlichen Todes gestorben ist oder ob der Käufer über den Gesundheitszustand förmlich betrogen wurde. Bei einem Pferd, dass einzig und allein für die Zucht eingesetzt werden sollte. Da holt er sich doch nur zurück, was ihm durch tierquälerisches Handeln des Vorbesitzers verloren gegangen ist.
Embryotransfer ist wieder ein anderes Thema und dient eben dazu besonders wertvolle Stuten bestmöglich zu nutzen. Ich seh ein, dass man das sehr gespalten sehen kann, denn einerseits fällt die
Prägung durch die biologische Mutter flach und andererseits sind diese ganzen Hormonbehandlungen auch kein Spaß.
Klonen ist etwas, dass man sicher sehr, sehr kritisch sehen kann, aber man sollte auch hier (hatten wir das nicht schon irgendwo mal...) versuchen sich seine Meinung aufgrund vernünftiger Fakten zu bilden und nicht einfach mit der Meute mitschreien "das ist böse" oder "das ist toll".
Und auch wenn der eine oder die andere meine Beiträge so deuten mag, bin auch ich kein Fan von alledem.
LG Lelie