Ich glaube, dass ein Hauptproblem des Klonens das weit verbreitete Unwissen darüber ist.
Ein Klon wird niemals genau so werden wie das Spendertier, denn nur ein Teil der Merkmale ist genetisch bedingt (selbst die Fellfarbe ist z.B. bei Klonen nicht immer genauso wie beim Spender, deshalb sind Projekte in Amerika heißgeliebt, verstorbene Katzen zu klonen grandios gescheitert). Gerade bei Sportpferden ist der Effekt der Aufzucht und Ausbildung weitaus größer, als der der reinen Gene. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn Klone nicht genauso toll werden wie ihre "Eltern".
Wie Angie schon geschrieben hat, altern Klone auch schneller, was damit zusammenhängt, dass die DNA (also die Erbinformation) bei jeder Zellteilung ein bisschen verkürzt wird. Zwar gibt es Schutzmechanismen, aber über kurz oder lang verkürzt sich die DNA soweit, dass Informationen (und nicht nur Bereiche, die nur als "Puffer" da sind) verloren gehen. Dann altert die Zelle und wenn das überall passiert, altert das Tier. In Ei- und Samenzellen wird dieses Problem umgangen, aber das Klon bekommt ja die DNA einer "gebrauchten" Körperzelle und ist deshalb genetisch bei der Geburt schon so alt wie sein Spendertier bei der Entnahme der Zelle.
Deshalb halte ich das Klonen von Tieren um sie im Sport einzusetzen für ziemlich überflüssig und unwirtschaftlich. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Klonen keine Weiterentwicklung ist. In der Zucht entwickelt man die Tiere mit jeder Generation in eine bestimmte Richtung (auch das kann man übrigens schon Gott spielen nennen, wenn man will...). Klonen ist nur eine Vermehrung von etwas, was es schon gibt, also keine Weiterentwicklung.
Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen ich klonen nicht vollständig ablehne, wie z.B. im Fall von Poetin. Ihr wurden kurz vor ihrem Tod (durch eine Hufrehe) Zellen entnomen und daraus Klone erstellt um diese dann in der Zucht einzusetzen. Es geht nicht darum diese Pferde im Sport einzusetzen sondern eine Stute, die vom Besitzer als Zuchtstute gekauft wurde und durch unglückliche Umstände und völlige Überlastung durch den Vorbesitzer gestorben ist quasi als Zuchtstute weiterleben zu lassen. Dieses Jahr ist übrigens das
erste Fohlen eines Poetin-Klons geboren worden (per Embryotransfer, damit die wertvolle Klonstute nicht belastet wird).
Auch das kann man sicher kritisch sehen, aber ich finde das noch wesentlich eher zu rechtfertigen, als irgendwelche Freaks (ET z.B. zeichnete sich wohl wesentlich mehr durch seinen Charakter als durch seine genetischen Anlagen aus) zu klonen um sie wohlmöglich im Sport einzusetzen.
LG Lelie